La Spinetta Giorgio Rivetti Barbaresco "Gallina" DOCG 2022
Barbaresco gilt als der zugänglichere der beiden großen Nebbiolo: weniger massiv als Barolo, dafür oft duftiger und früher bereit. Gallina liegt in Neive, im östlichen Teil der Appellation, und steht für Weine, die Kraft und Feinheit nicht gegeneinander ausspielen.
Der Boden ist Lehm mit Sand. Der Lehm gibt Substanz und hält Wasser, der Sand macht die Gerbstoffe feiner und den Wein früher trinkbar. Nach mehr als vierundzwanzig Stunden auf der Maische reift er achtzehn Monate im Barrique — ein Ausbau, der dem Nebbiolo gut steht, solange er ihm Zeit lässt, statt ihm Aroma aufzuzwingen.
Im Glas leuchtendes Granatrot, das sich am Rand schon ins Ziegelrote zieht. Die Nase ist typisch Nebbiolo und typisch reif: getrocknetes Rosenblatt zuerst, dann Kirsche, dahinter jener erdige Anflug, den man Trüffel nennt. Am Gaumen seidig, kraftvoll, ohne breit zu werden, mit Waldbeere und Lakritz, dazu eine zurückhaltende Würze. Der Abgang ist lang und mineralisch grundiert; Frische und Tiefe halten einander die Waage. Trocken, 14,5 %, bei 17 bis 19 Grad.
Am Tisch verlangt er nach Ruhe: langsam Gegartes, gereiftes Fleisch, Pilze in jeder Form — Gerichte mit Tiefe, die ihre Würze aus der Zubereitung ziehen und nicht aus der Schärfe. Zu Leichtes bringt ihn um seine Wirkung.
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