Barolo Riserva 'Costa di Bussia' DOCG 2019
Eine Riserva ist im Barolo kein Etikettenschmuck, sondern eine Frage der Zeit: Sie muss länger reifen, bevor sie verkauft werden darf, und das setzt einen Wein voraus, der diese Jahre auch übersteht. Costa di Bussia bringt hier einen Nebbiolo aus Novello, der genau dafür gebaut ist.
Der Untergrund ist Tonmergel — jener kalkhaltige Ton, der den Langhe-Hügeln ihre Form gibt und dem Nebbiolo Struktur und Frische zugleich mitbringt. Ausgebaut wird achtzehn Monate im großen Holzfass, einem Gefäß, das langsamer arbeitet als das kleine Barrique und dem Wein mehr Kontur als Aroma gibt. Zehn Jahre Lagerfähigkeit sind angesetzt; er steht damit eher am Anfang als am Ende.
Tiefes Granatrot, am Rand schon ziegelrot. Das Bouquet ist reif und weit: Leder und Tabak zuerst, dann getrocknete Rosen und dunkle Kirsche, darüber Gewürze. Am Gaumen tiefgründig und kraftvoll, das Tannin reif und griffig, dazu schwarze Johannisbeere, Lakritz und der erdige Ton von Trüffel. Der Nachhall bleibt lang, würzig und mineralisch grundiert. Trocken, 14,5 %, bei 16 bis 18 Grad.
Am Tisch gehört er zu Geschmortem: eine Lammkeule mit Knoblauch und Rosmarin, ein Rinderbraten unter Trüffelsauce. Seine Struktur verträgt aber ebenso gut Pilze — Tagliatelle mit Steinpilzen etwa — und einen lange gereiften Parmigiano Reggiano.
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