E. Pira & Figli Barolo 'Via Nuova' DOCG 2021 BIO
Barolo hat zwei Gesichter. Das eine ist breitschultrig und fordert Jahre der Geduld, das andere kommt leiser daher und gewinnt über den Duft statt über die Wucht. Dieser hier gehört zur zweiten Art: ein femininer Barolo, wenn man so will — Eleganz vor Kraft, Vielschichtigkeit ohne Lautstärke.
Die Reben stehen auf einem Gemisch aus Ton, Lehm, Sand und Kalk, vier Bodenarten auf engem Raum. Ton und Lehm halten Wasser und geben Kraft, der Sand macht die Textur fein, der Kalk sorgt für den aufrechten Gang. Nach mehr als vierundzwanzig Stunden auf der Maische reift der Wein zwei Jahre im Barrique — lange genug, dass sich Holz und Frucht verbinden.
Rubinrot im Glas, und dann eine Nase, die eher an Kräuter denken lässt als an Beeren: Schlehe zuerst, dazu Rosmarin und Thymian, wie sie am mediterranen Wegrand wachsen. Darunter Röstiges — geröstete Mandel, Krokant, ein Anflug von Sandelholz. Am Gaumen halten sich Säure und Tannin in bemerkenswerter Balance; nichts drängt sich vor, alles greift ineinander. Die 14,5 % trägt er leicht. Trocken, bei 18 Grad servieren.
Zu Tisch passt Geschmortes: eine Lammkeule, Wild aus dem Ofen, ein Stück Rind vom Feuer, dazu ein Braten mit dunkler Sauce. Und Käse — nicht der milde, sondern der mit Charakter.
Aus biologischem Anbau. Mehr über das Weingut: Chiara Boschis, E. Pira & Figli
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