Château Pontet-Canet AOC Pauillac 5° Cru Classé 2014
Wenige Güter in Pauillac haben sich seit der Jahrtausendwende so deutlich verändert wie Pontet-Canet. Geleitet wird es von einem Sohn aus der Cognac-Familie Tesseron, beraten von Michel Comme — und der vinifiziert nach Gefühl statt nach Messgerät, was in einer Region voller Temperaturprotokolle eine Ansage ist.
Kalkstein und Kies bilden den Boden. Vier Rebsorten stehen im Wein — neben Merlot und Petit Verdot vor allem die beiden Cabernets, die zusammen den Ton angeben. Dazu kommt neues Holz beim Ausbau — eine Kombination, aus der kraftvolle und gerbstoffreiche Weine entstehen. Solche Weine geben nichts umsonst her; sie wollen Zeit, und zehn Jahre Lagerfähigkeit sind hier kein Werbeversprechen, sondern eine Bedingung.
Ziegelrot im Glas — der 2014er hat einige Jahre hinter sich und zeigt das auch am Rand. Trocken, mit 13,5 % moderat im Alkohol, getragen von einem Tanningerüst, das den ganzen Wein aufrecht hält. Wer ihn heute öffnet, sollte ihm Luft geben; wer ihn liegen lässt, wird belohnt. Bei 16 bis 18 Grad einschenken.
Auf den Tisch gehört Kräftiges: Rind und Lamm, ein Wildgericht, eine Ente, vor allem aber Geschmortes, dessen lange Garzeit dem Gerbstoff entgegenkommt. Pilze passen dazu, und Käse darf reif sein — je älter, desto besser.
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