Quinta da Boavista Espiga Reserva IG 2022
Espiga Reserva ist eine Cuvée, in der Portugals Altbestand auf einen internationalen Gast trifft: Syrah stellt mit 30 Prozent den größten Anteil, dahinter stehen Touriga Nacional und Tinta Roriz mit je einem Viertel, Castelão steuert die restlichen 20 Prozent bei. Syrah bringt die dunkle Würze mit, die portugiesischen Sorten das Rückgrat.
Der Boden bei Aldeia Galega da Merceana besteht aus Kalkstein und tonigem Lehm — zwei Lagen, von denen die eine für Frische sorgt und die andere für Substanz. Die Maische bleibt nur sieben bis zwölf Stunden auf den Schalen: gerade lang genug für Farbe und Frucht, zu kurz für hartes Tannin. Danach ruht der Wein einen Monat im Edelstahl, bevor er auf die Flasche geht.
Rubinrot im Glas. Die Nase ist dicht und dunkelrot — Brombeere zuerst, dann Schwarzkirsche, dahinter etwas Eingekochtes, das an Konfitüre erinnert. Am Gaumen kommen Johannisbeere und ein dezenter Tabakton dazu, und zum Schluss blitzt eine feine Pfeffrigkeit auf, die dem Ganzen Spannung gibt. Mit 13 Prozent bleibt er handlich; bei 18 bis 20 Grad zeigt er am meisten.
Aus diesem Charakter ergibt sich die Begleitung fast von selbst: Pfeffer und Tabak rufen nach Gegrilltem — Lammspieße, Paprika und Zwiebeln vom Rost, eine würzige Chorizo. Auch geschmortes Rind mit dunklen Gewürzen kommt gut zurecht. Beim Käse funktioniert ein halbfester Schafskäse mittlerer Reife am besten.
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