H. Lun Lagrein Südtirol DOC 2024
Lagrein ist die dunkle Seele Südtirols — eine Rebsorte, die außerhalb dieser Region kaum eine Rolle spielt und die rund um Bozen ihre eigene Handschrift entwickelt hat. Wo der Vernatsch leichtfüßig bleibt, geht Lagrein in die Tiefe: satte Farbe, viel Substanz, eine Würze, die man eher weiter südlich vermuten würde. H. Lun führt die Sorte hier in der Südtiroler Landesversion.
Die Reben wurzeln in sandigem Lehm und lehmigem Sand — Böden, die Wärme speichern und zugleich gut durchlüftet sind, was der spätreifen Sorte die Reife erleichtert, ohne sie schwer werden zu lassen. Die Maische steht über einen Tag, danach vergärt der Wein im Holz und bleibt neun Monate im großen Fass. Kein Barrique-Programm also, sondern ruhiges Holz, das rundet statt zu würzen.
Rubinrot im Glas. Die Nase führt reife Brombeere und dunkle Kirsche vor, dahinter ein floraler Zug Richtung Veilchen und ein Kakaoton, umspielt von Kräuterwürze. Am Gaumen dicht und kraftvoll, die Tannine samtig ausgeschliffen, die Säure sauber eingebaut — trocken, aber nie kantig. Der Nachhall zieht lang und bringt Bitterschokolade und einen mineralischen Zug mit. 13 % Alkohol, am besten bei 16 bis 18 Grad.
Am Tisch bleibt er gesellig: milder Käse, Pasta mit Tomatensugo, Schwein oder Rind in heller Sauce, Gebratenes aus der Pfanne, auch schlicht Gekochtes.
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