MANCURA guardián RESERVA Carmenère 2022
Carmenère gilt heute als chilenische Rebsorte, obwohl sie ursprünglich aus Bordeaux stammt — dort verschwunden, hier über Jahrzehnte unerkannt weitergewachsen. Inzwischen ist sie das Aushängeschild des Landes. Im Valle del Maule bekommt sie die lange Reifezeit, die sie braucht, und 15 Prozent Malbec runden das Bild ab.
Die Lage Romeral liegt auf Ton, Kies und Schwemmland, einem Untergrund, der Wasser hält und der Rebe durch den warmen Sommer hilft. Ausgebaut wurde ausschließlich im Edelstahl, ein halbes Jahr lang. Das ist eine bewusste Entscheidung: Kein Holz legt sich über die Frucht, der Wein soll so schmecken, wie er aus dem Weinberg gekommen ist.
Tiefes Purpur im Glas. In der Nase Kirsche und Brombeere, dazwischen etwas Grünes, Kräutriges, das für die Sorte typisch ist. Am Gaumen zeigt er sich sanft und mittelgewichtig, die Frucht changiert zwischen dunklen und roten Beeren, die Würze bleibt bis zum Schluss präsent. Trocken, 13,5 % — ein Wein ohne Kraftmeierei, den man bei 16 bis 18 Grad servieren sollte.
Am Tisch ist er flexibler, als seine Farbe vermuten lässt: Pasta mit Hähnchenstreifen, ein Filet vom Seelachs oder Kabeljau, dazu harter Käse.
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