Mea Culpa Vino Rosso
Primitivo, Syrah und Merlot zusammen in einer Flasche — das ist keine Kombination, der man häufig begegnet. Jede der drei bringt etwas mit, das den anderen fehlt: Wucht und südliche Frucht die erste, Würze und dunkle Beere die zweite, einen weichen Kern die dritte. Dass diese Cuvée ausgerechnet aus Venetien stammt, macht sie noch eine Spur ungewöhnlicher.
Ton und Sand bilden den Untergrund, zwei Böden mit gegenläufigen Talenten: Der eine hält Wasser fest und gibt Kraft, der andere lässt es ziehen und sorgt für Feinheit. Zehn Monate Barrique schließen sich an. Das Holz ist hörbar, aber es redet nicht dazwischen — von dort stammen die Vanille- und Mokkatöne, die am Ende gemeinsam mit dem Tabak stehen bleiben.
Tiefdunkles Purpur, fast undurchsichtig. Die Nase führt mit Schokolade und Tabak, erst dahinter öffnet sich die Frucht: Brombeere, Kirsche, ein Anflug Erdbeere. Der Gaumen ist rund im Tannin, wach in der Säure und schultert seine 14,5 % ohne Anstrengung; der Körper zeigt Struktur statt bloßer Masse. Auf fünf Jahre Lagerzeit ist er angelegt — warten müssen Sie darauf nicht, er steht schon jetzt im Lot. Zwischen 16 und 18 Grad gehört er ins Glas.
Sein klassischer Partner ist Geschmortes. Rinderrouladen zum Beispiel, gefüllt mit Lardo, gedünsteten Zwiebeln, Pinienkernen und eingelegten Backpflaumen, deren dunkle Frucht der Wein unmittelbar aufgreift.
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