Paolini Misilla Nero d'Avola IGP Terre Siciliane 2024
Marsala, die Stadt an der Westspitze Siziliens, steht im Ruf, nur eines hervorzubringen: den Likörwein gleichen Namens. Dabei wachsen rundherum vor allem Reben für den täglichen Gebrauch. Paolini keltert hier einen Nero d'Avola, der die Rebsorte von ihrer leichtfüßigen Seite zeigt — nicht als schweren Inselwein, sondern als Alltagsflasche, die jung am schönsten ist. Der 2024er ist genau dafür gemacht.
Kalkstein prägt die Böden westlich der Stadt: hell, karg, wasserdurchlässig. Solche Untergründe reflektieren Licht und speichern weniger Hitze als dunkle Erde — das hält die Säure oben, auch wenn der Sommer lang wird. Im Keller passiert danach wenig, und das ist Absicht. Gärung und Reifung laufen im Edelstahl ab, ohne Holz, ohne Umweg. Der Wein soll nach Traube schmecken, nicht nach Keller.
Rubinrot im Glas, und die Nase macht keinen Hehl daraus, worum es geht: Kirsche, viel davon, umgeben von rotbeerigen Tönen. Der Gaumen bleibt leicht und harmonisch, trocken, ohne Kanten; mit 13 % liegt er für einen Sizilianer eher tief, und genau das macht ihn so unangestrengt zugänglich. Bei 16 bis 18 Grad einschenken.
Sein Platz ist neben der Pizza — und neben allem, was mit Pasta zu tun hat, vom schlichten Sugo bis zum langsam gezogenen Ragù. Ein Wein für den Mittwochabend, nicht für den großen Anlass.
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