Tenuta Ulisse NATIVAE Montepulciano d'Abruzzo DOP 2020
Nativae — der Name klingt nach Ursprung, und der Keller löst das Versprechen ein. Dieser Montepulciano reift nicht im Fass, sondern im Betontank. Das ist die interessanteste Entscheidung an diesem Wein, und sie ist in Italien seit einigen Jahren wieder verbreitet, nachdem Beton lange als altmodisch galt.
Ton als Boden, wie er für die Sorte in den Abruzzen typisch ist: schwer, kühl, wasserspeichernd. Im Keller bleibt der Wein über vierundzwanzig Stunden auf der Maische und anschließend acht Monate im Beton. Beton arbeitet anders als Holz — er lässt kaum Sauerstoff durch und gibt kein eigenes Aroma ab. Was am Ende im Glas steht, kommt von der Traube und vom Boden.
Purpurrot im Glas, mit einer Nase, die Pflaume und reife Brombeere trägt, dazu ein Lakritzton, der ihr Tiefe verleiht. Am Gaumen zeigt er sich trocken und erdig, das Tannin ist sanft eingebunden, und im langen Nachhall stehen Pfeffer und eine würzige, beinahe holzige Note. Mit 14 % Alkohol und fünf Jahren Reifereserve ist er jetzt schon gut zu trinken, bei 16 bis 18 Grad.
Am Tisch will er Röstaromen und etwas Fett: ein Entrecôte vom Grill, Bauchfleisch, scharf in der Pfanne angebraten, überhaupt alles, was deftig zubereitet und kräftig gewürzt ist.
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