Quinta da Boavista Palha-Canas Tinto VR 2021
Lisboa ist Portugals atlantischer Weinbaugürtel: nördlich der Hauptstadt gelegen, mit Nächten, die kühler ausfallen als im Landesinneren. Palha-Canas bringt hier vier Sorten zu gleichen Teilen zusammen — Touriga Nacional, Touriga Franca und Tinta Roriz, die man vor allem aus dem Norden kennt, dazu die einheimische Camarate. Je 25 Prozent, keine Rebe hat Vorrang vor der anderen.
Die Stöcke wurzeln bei Aldeia Galega da Merceana in Lehm über Kalk. Der Lehm speichert Wasser und gibt der Frucht ihre Fülle, der Kalk darunter liefert den aufrechten Zug. Im Keller wird bewusst wenig gemacht: ein Monat im Edelstahl, kein Holz. Was im Glas steht, soll der Jahrgang sein und nicht die Handschrift des Fasses.
Ein mittlerer Rubinton, in der Nase Weichselkirsche, dahinter ein weicher Vanilleton und eine feine Würze. Am Gaumen läuft er geschmeidig und ohne Kanten, der Abgang bleibt lange stehen und wirkt dabei elegant statt breit. 14 Prozent geben Substanz, ohne schwer zu werden; trocken ausgebaut hält er sich gute sieben Jahre. Bei 16 bis 18 Grad servieren.
Am Tisch mag er Kräftiges: Lamm und Wild, Gegrilltes vom Rind, einen Schweinebraten in dunkler Sauce. Beim Käse ist er unkompliziert — weiche Sorten nimmt er ebenso gut wie gereifte harte.
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