Konrad Wines Pinot Noir 2017
Pinot Noir ist die Rebsorte, die am wenigsten verzeiht — zu warm, und sie wird breit; zu kühl, und sie bleibt grün. Marlborough trifft dieses Fenster erstaunlich oft, und der 2017er von Konrad Wines zeigt, warum: Er hat die Frische des kühlen Klimas behalten und dabei genug Zeit in der Flasche gehabt, um seine Kanten abzulegen.
Die Reben stehen im Waihopai Valley Home Block auf einem kargen Untergrund aus Kies und Sand mit Löss darüber. Solche Böden erwärmen sich schnell, halten kaum Wasser und zwingen die Rebe zur Zurückhaltung: kleine Beeren, dichte Schalen, wenig Ertrag. Das Barrique gibt anschließend nicht mehr als eine Grundwürze dazu — es ist eher Rahmen als Farbe.
Die Frucht ist zunächst herb und hell, Sauerkirsche und Preiselbeere, dahinter dann reife Pflaume, die dem Ganzen Tiefe gibt. Im Hintergrund arbeiten Gewürznoten, ein feines Nelkenaroma und ein zurückhaltender Vanilleton. Am Gaumen ist er trocken und dicht gepackt, die Frucht kommt großzügig, und der Nachhall verabschiedet sich weich statt kantig. Mit 13 % bleibt er handlich; acht Jahre Lagerfähigkeit sind ihm zugeschrieben, und bei 14 Grad im Glas ist er jetzt genau richtig.
Am Tisch macht er sich klein genug für mediterrane Vorspeisen — Antipasti, eingelegtes Gemüse — und groß genug für ein gebratenes Schweinemedaillon. Überbackene Auberginen sind die dritte, vielleicht schönste Möglichkeit.
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