Vinedos de Alcohuaz RHU mezcla tinta 2018
Das Elqui-Tal im Norden Chiles ist ein Extremstandort: schmale Rebflächen zwischen kahlen Bergflanken, klare Höhenluft, kaum ein Tropfen Regen. Weinbau ist hier die Ausnahme, nicht die Regel. RHU ist eine Cuvée aus Syrah mit Petite Sirah und Garnacha — drei Sorten, die Hitze vertragen und aus der Höhe Frische mitbringen. Die Meininger Weinwelt gab dem Wein 94 Punkte.
Der Boden ist reiner Granit, hartes mineralisches Gestein, das kaum Nährstoffe hergibt und den Reben nichts schenkt. Gelesen wird zwischen dem 21. Februar und dem 19. März, danach steht die Maische elf bis einundzwanzig Tage. Der eigentliche Kraftakt folgt im Keller: 32 Monate im großen Holzfass, fast drei Jahre, in denen sich das Tannin rundet, ohne dass Fassaromen die Oberhand gewinnen.
Dunkelrot mit violettem Reflex. Die Nase ist dicht und wirkt trotzdem unangestrengt: florale Töne zuerst, dahinter eine kühle Bergfrische. Am Gaumen wird es herzhaft — schwarze Oliven, ein Anklang von luftgetrocknetem Fleisch, dazu Wildbeeren im Hintergrund. Die Konzentration ist hoch, das Entwicklungspotenzial ebenso: Acht Jahre kann er noch zulegen. Trocken, 13,5 %, serviert bei 16 bis 18 Grad.
Am Tisch braucht er eigentlich niemanden. Dieser Wein trägt sich selbst und ist solo ein Erlebnis — ein Glas für den späten Abend, wenn nichts mehr auf dem Teller liegt und Zeit zum Nachschmecken bleibt.
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