Rosso Toscano "Castello Toscano" IGT 2022
Der einfache Rosso ist oft der ehrlichste Wein eines Guts — er muss nichts beweisen, er muss schmecken. Castello Toscano stellt dafür den Sangiovese der Region neben Merlot: die eine Rebe für Säure und Sauerkirsche, die andere für den weichen, runden Kern.
Tonboden liefert die Basis, zwölf Monate im Betontank den Ausbau. Beton hält den Wein kühl und ruhig, ohne ihm eine Fasshandschrift aufzuzwingen — bei einem Wein, der von seiner Frische lebt, ist das die passende Entscheidung. Mit 13 % bleibt er zudem am unteren Ende dessen, was die Toskana sonst an Alkohol aufbietet.
Die Nase ist frisch und animierend: Sauerkirsche voran, dazu schwarze Johannisbeere; im Glas leuchtet er kirschrot. Am Gaumen ist er ordentlich gebaut, der Körper weich, das Tannin nur angedeutet, die Restsüße im halbtrockenen Bereich. Zusammen ergibt das einen Wein, der ausgesprochen leicht die Kehle hinuntergeht — Trinkfluss ist hier keine Floskel, sondern das eigentliche Programm.
Mediterran gewürzte Küche ist sein Revier: Der Klassiker des Hauses bleibt Pappardelle mit Hasenragout, ebenso gut steht er zu gefülltem Gemüse, zu Pizza vom Blech oder zu einer Platte mit Salami und Pecorino. Bei 16 bis 18 Grad.
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