Spice Route Bushvine Grenache 2019
Bushvines sind Reben ohne Drahtrahmen, freistehende Stöcke, die wie kleine Büsche wachsen und ihr eigenes Blattdach über die Trauben legen. In der trockenen Hitze rund um Malmesbury ist das kein romantischer Rückgriff, sondern praktischer Sonnenschutz. Grenache, die Sorte, die Wärme braucht und trotzdem schnell schwer wird, profitiert davon besonders.
Ausgebaut wurde im Barrique, ohne dass zur Dauer etwas vermerkt wäre. Hörbar ist das Fass ohnehin kaum, es ordnet eher, als dass es würzt. Sechs Jahre Reifepotenzial traut das Gut dem 2019er zu, und die Machart gibt ihm recht: Hier tragen feine Gerbstoffe und Säure, nicht Wucht.
Im Glas ein leichtes Rubinrot, blass für einen Wein mit so viel Innenleben. Die Nase führt rote Beeren an, dazu Kardamom und ein zurückhaltender Pfefferton, dahinter etwas Metallisches, fast Eisenhaltiges, das der Würze Tiefe gibt. Am Gaumen bleibt er leicht und ist dabei erstaunlich vielschichtig, mit 13,5 %, feinem Tannin und einer Säure, die Spannung hält. Ein trockener Rotwein für 16 bis 18 Grad.
Am Tisch führt der Weg nach Südafrika zurück: ein Ragout vom Strauß, der scharfe Rinderschmortopf Trinchado, oder, wenn es sommerlich sein soll, Gazpacho mit frisch gegrilltem Roosterkoek. Säure genug, um mit Schärfe und Tomate umzugehen, hat er allemal.
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