Craggy Range Syrah Gimblett Gravels Vineyard 2020
Syrah aus Hawke's Bay hat mit dem, was Australien unter Shiraz versteht, wenig zu tun. Näher liegt die nördliche Rhône: Pfeffer statt Marmelade, Struktur statt Wucht. Auf dem Schotter der Gimblett Gravels findet die Rebsorte in Neuseeland ihre beste Bühne — der Decanter hat diesen Wein mit 97 Punkten bewertet, einer Note, die kaum Luft nach oben lässt.
Einundfünfzig Hektoliter je Hektar bedeuten kleine Erträge und dichte Beeren. Der Boden ist Schwemmland, grob und wärmespeichernd, das Klima vom Meer gekühlt: genau die Kombination, die dem Syrah hier seine Pfeffernote erhält, statt sie in der Reife zu verlieren. Sechzehn Monate Barrique geben Gerüst und einen Zedernton dazu, ohne die Frucht zuzudecken.
Rubinrot im Glas, und in der Nase ein ganzes Bündel: Brombeere und Himbeere als Frucht, darüber schwarzer Pfeffer, dazu Anis, Zedernholz und jene trockenen Kräuter, die man im Süden Garrigue nennt. Am Gaumen steht alles an seinem Platz, feine Säure, feines Tannin, nichts drängt sich vor. Trocken, mit 13,5 % erstaunlich leichtfüßig für so viel Aromatik, und der Abgang zieht sich lang. Zwölf Jahre kann er liegen.
Am Tisch gehört er zu langsam Geschmortem: ein Gulasch mit viel Paprika, Rind aus dem Topf — und als fleischlose Variante marinierte Pilze, deren Umami seine Kräuterwürze aufnimmt.
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