Craggy Range Te Kahu Gimblett Gravels Vineyard 2020
Die Gimblett Gravels in Hawke's Bay sind ein Sonderfall: ein altes Flussbett, das erst spät als Weinbauland erkannt wurde, weil der Schotter für alles andere zu karg war. Genau dieser Untergrund speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts zurück — und macht damit möglich, was in Neuseeland sonst schwierig ist: Bordeaux-Rebsorten, die wirklich ausreifen. Te Kahu ist die Cuvée dazu, mit 68 % Merlot als klarem Hauptdarsteller und Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec als Ensemble dahinter.
Fünfundfünfzig Hektoliter je Hektar sind ein maßvoller Ertrag; die Konzentration kommt entsprechend aus dem Weinberg und nicht erst aus dem Fass. Siebzehn Monate Barrique folgen — man merkt sie an der Textur mehr als am Geschmack. Das maritim geprägte Klima hält dabei die Säure aufrecht, die einem so warmen Standort sonst abhandenkommt.
Purpurrot im Glas. Die Nase führt dunkle Pflaume und Cassis, dazwischen liegt eine Würze aus Muskatnuss, Tabak und Sandelholz, die der Cuvée ihre Tiefe gibt. Am Gaumen ist er üppig, aber ruhig: Nichts drängt, die Säure bleibt dezent, das Tannin ist fein geschliffen und sauber eingebunden. Der Abgang ist lang und trocken, mit 14,1 % hat er Statur, und zehn Jahre Lagerfähigkeit traut man ihm zu.
Am Tisch will er Röstaromen: Lamm zuerst, dann kurz gebratene Kalbsleber, dazu Maiskolben vom Grill mit etwas Salz und Butter.
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