Cardeto Matilè Bianco IGP 2025
Umbrien liegt im Landesinneren, ohne Küste, und wird beim Weißwein regelmäßig übersehen. Dabei hat die Region mit dem Grechetto eine eigene Spezialität — eine Rebsorte mit Körper und Kräuterwürze, die hier auf den weit verbreiteten Trebbiano trifft. Ein Anteil Sauvignon Blanc bringt zusätzlich jene grüne Spannung ins Spiel, die dem Duo sonst fehlen würde.
Die Reben wurzeln in Ton und Sand — Ton für Substanz, Sand für Leichtigkeit. Im Keller passiert bewusst wenig: vier Monate Edelstahl, kein Holz, keine Umwege. Mit 11 % ist das ein Wein, der nicht auf Gewicht setzt, sondern auf Klarheit, und der genau deshalb ein zweites Glas erlaubt.
Zitronengelb im Glas. Die Nase ist offen und aromatisch: reifer Pfirsich zuerst, dann weiße Blüten, dahinter ein exotischer Zug und eine krautige Note, die alles zusammenbindet. Am Gaumen trocken, saftig und beweglich, die Säure sitzt genau richtig. Der Ausklang bleibt fruchtig und trägt einen leicht mineralischen Ton. Bei 14 Grad servieren.
Er beginnt gut als Aperitif und bleibt danach am Tisch: Weichkäse, ein Risotto, Gratin und Gemüseaufläufe, Pasta in heller Sauce, dazu alles aus dem Meer — Fisch wie Schalentiere. Auch zu gemischten Antipasti oder spanischen Tapas macht er eine gute Figur.
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