Piedemonte Merlot Crianza DO 2022
Sortenreiner Merlot ist in Spanien die Ausnahme — meist verschwindet die Rebsorte in einer Cuvée. Piedemonte lässt sie in Navarra allein stehen und gibt ihr die Crianza-Reife mit, also Zeit im Fass und in der Flasche, bevor der Wein in den Verkauf darf. Das Ergebnis kommt weniger weich daher, als man es von der Rebsorte erwartet.
Vier Bodentypen kommen hier zusammen: Ton und Tonmergel, dazu Kalk und ein steiniger Lehm — eine Mischung, die dem Wein zugleich Fülle und Kante gibt. Die Maische steht über vierundzwanzig Stunden, danach folgen neun Monate Barrique. Sechs Jahre Lagerpotenzial hat er, und mit 14 % genug Substanz, um sie auch zu nutzen.
Rubinrot im Glas. Die Nase ist würzig und weckt Aufmerksamkeit: grüne Paprika zuerst, eine Note, die man beim Merlot seltener trifft, dann schwarzer Pfeffer und eine zurückhaltende Röstnote aus dem Fass. Darunter liegt eine dunkle Frucht, die sich bis in den Nachhall zieht. Trocken, kompakt, bei 16 bis 18 Grad.
Am Tisch deckt er viel ab: zartes Fleisch von Rind und Schwein, Gekochtes ebenso wie in der Pfanne Gebratenes, gern in einer hellen Sauce. Ohne Fleisch funktionieren Gratin, Risotto und ein Auflauf aus Gemüse, dazu Pasta mit Tomate. Milder Käse rundet ab.
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