Poggio delle Faine Bianco IGT 2024
Chardonnay in der Toskana ist kein Widerspruch, aber auch keine Selbstverständlichkeit: Das Land gehört hier den roten Sorten. Poggio delle Faine stellt dem bekannten roten Gewächs des Hauses deshalb bewusst ein weißes Gegenstück zur Seite — gleiche Herkunft, anderes Temperament.
Die Reben wurzeln auf Kalk, jenem Boden, der einem Weißwein vor allem Zug und Salzigkeit mitgibt statt Fülle. Zehn Monate im großen Holzfass folgen — ein Gefäß, das dem Wein Zeit und Textur schenkt, ohne ihm Fassaromen aufzudrängen. Man merkt es weniger am Geschmack als am Gefühl: Er hat mehr Breite auf der Zunge, als man einem so jungen Jahrgang zutrauen würde.
Helles Goldgelb im Glas. Die Frucht ist saftig und exotisch angehaucht: Kiwi zuerst, dann Birne, dahinter ein Anflug von Banane und eine Zitrusspur, die alles wach hält. Nase und Gaumen erzählen dabei dieselbe Geschichte. Getragen wird das Ganze von einer belebenden Säure — trocken, mit 13 % moderat im Alkohol, und mit einem Nachhall, in dem die Mineralität des Kalks noch einmal aufblitzt.
Beim Essen bleibt er unkompliziert: Fisch in jeder Zubereitung, Geflügel und helles Fleisch, Pasta mit leichter Sauce, dazu Käse, der nicht zu dominant auftritt. Bei 10 bis 12 Grad ins Glas.
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