Ramón Bilbao Edición Verdejo Sobre Lias - DO Rueda 2022
Sobre Lías — der Name benennt das Verfahren. Der Wein bleibt nach der Gärung auf der Feinhefe liegen, und diese Hefe gibt ihm Textur, wo ein junger Verdejo sonst vor allem Frische mitbringt. Rueda kennt beide Wege; dieser hier ist der langsamere.
Die Reben wachsen auf Sandgestein, einem kargen, gut durchlüfteten Untergrund, der kleine Beeren und konzentrierte Aromen begünstigt. Die Schalen bleiben nur kurz im Saft, ein bis zwei Stunden. Drei Monate reift der Wein anschließend im Betontank — ein Gefäß, das wie Edelstahl neutral bleibt, dem Wein aber mehr Ruhe gibt, weil Beton die Temperatur hält.
Goldgelb im Glas, und deutlich mehr Tiefe, als man von einem jungen Weißen erwartet. Zitrusfrucht und Pfirsich zuerst, dann tropische Töne, weiße Blüten, Fenchel und eine balsamische Frische. Am Gaumen trifft lebendige Säure auf eine cremige Textur — das ist der Hefeanteil —, dazu kommen feine Röst- und Würznoten. Das Finale hält Frucht und Würze lange. Trocken, 13 % Alkohol; bei 8 bis 10 Grad, nicht kälter, sonst verschwindet die Textur.
Am Tisch verträgt er mehr als ein leichter Weißwein: ein Risotto mit Safran, Meeresfrüchten und Pinienkernen etwa. Vegetarisch: Pasta mit Ziegenkäse, dazu Walnüsse und frische Kräuter.
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