Tokara Reserve Collection Chardonnay 2024
Chardonnay verrät mehr über den Keller als fast jede andere weiße Sorte. Sie hat selbst wenig Eigenwilliges und nimmt an, was man ihr gibt. Am Simonsberg über Stellenbosch wächst sie an kargen Hängen, und Tokara nutzt das für einen Wein, der Fülle und Zug gleichzeitig will.
Zwei Böden treffen hier aufeinander, Granit und Sandgestein, beide durchlässig, beide dafür verantwortlich, dass die Säure nicht wegbricht. Elf Monate lag der Wein danach im großen Holzfass. Das ist bewusst kein Barrique: Das große Fass gibt Luft und Zeit, aber kaum Vanille, und genau deshalb bleibt hier die Frucht vorn.
Goldgelb im Glas, und die Nase beginnt blumig mit Orangenblüte, dann folgen Limettenschale und reife Zitrusfrucht, darunter der Duft gebrannter Mandeln. Am Gaumen wird es breiter, Ananas und Pfirsich, getragen von einer straffen, mineralisch wirkenden Säure, die den 13,5 % Kontur gibt. Im Abgang bleibt eine feine Würze stehen. Trocken, aber mit Schmelz, und bei 12 bis 16 Grad im richtigen Fenster.
Am Tisch ist er ein Verbündeter der cremigen Küche: Risotto, Pasta mit heller Sauce, Pilze in Butter geschwenkt. Gebratener Fisch und Geflügel gehen ebenso, und zum Abschluss ein milder Weichkäse, dem er nicht die Schau stiehlt.
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