Plaimont Capèu Saint Mont Rouge 2023
Capèu heißt auf Gascognisch schlicht Barett — die Kopfbedeckung, die sich die Winzer von Saint-Mont als Erkennungszeichen aufs Etikett gesetzt haben. Saint-Mont ist eine der kleinsten Appellationen Südwestfrankreichs, und sie existiert vor allem deshalb noch, weil die Genossenschaft Plaimont in den achtziger Jahren anfing, die alten Pyrenäensorten vor dem Verschwinden zu retten. Der Capèu ist der zugängliche Einstieg in diesen Kosmos — und hat 2025 beim Concours Général Agricole in Paris Gold geholt.
Im Glas landen die drei Sorten, die Saint-Mont ausmachen: Tannat für Struktur und dunkle Farbe, Cabernet Sauvignon für Frische, dazu Pinenc — andernorts Fer Servadou genannt und außerhalb des Südwestens kaum noch zu finden. Gelesen wird auf den sandigen Parzellen der Appellation, auf denen die Trauben früher reif werden und die Tannine milder ausfallen als auf schwerem Lehm. Ausgebaut wird ausschließlich im Stahltank, ohne Holz; die Weinberge sind HVE-zertifiziert.
Ein Rotwein mit deutlich südwestfranzösischem Akzent: dunkle Beeren und Sauerkirsche, dazu die kräuterig-tabakige Note, die dem Tannat eigen ist, und ein Tannin mit spürbarem Korn. Kein Schmeichler, sondern ein Wein, der Essen möchte — Entenbrust, Lammkoteletts vom Rost, ein Stück gereifter Hartkäse oder eine Platte mit luftgetrocknetem Schinken. Bei 16 °C servieren, und wenn Sie ihn eine halbe Stunde vorher öffnen, dankt er es Ihnen.
Scharnweberstraße 80
12587 Berlin
Deutschland