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Moric Sankt Georgen "Aka Serious wine from a Gorgeous place" 2023
Der zweite Jahrgang des Sankt Georgen Grüner Veltliner unter dem Moric-Label — und Roland Velich hat hier einen Kultwein in Wartestellung geschaffen. Die alten Reben bei Eisenstadt liefern einen GV, der sich beim ersten Kontakt reduktiv und verschlossen gibt. Das ist gewollt: Velich sucht nicht nach sofortiger Gefälligkeit, sondern nach Weinen, die sich über Stunden im Glas entwickeln. Schwungvolles Karaffieren ist hier keine Option, sondern Pflicht.
Spontan vergoren in 500-Liter-Fässern, ungeschönt, minimal filtriert — die Handschrift ist identisch zum 2021er, aber der 2023er ist jugendlicher, straffer, noch mehr in sich gekehrt. Mit Luft öffnet er sich schrittweise: helle Frucht von Quitte und Birne, gelber Apfel, dezente Kräuternoten und eine deutliche Kalksteinnote, die das burgundische Grundkonzept unterstreicht. Die Phenolik gibt dem Wein Struktur und ein bemerkenswertes Reifepotenzial.
Am Gaumen schwebende Eleganz, kalkige Noten und saftige helle Frucht in perfekter Balance. Die feine Säure weckt den Appetit, der lange Nachhall macht klar, dass dieser Wein Zeit verdient hat. Glänzend zu gebratenem Rosenkohl mit gerösteten Haselnüssen, Hummer-Ravioli mit weißem Trüffel oder gebratener Wachtel mit Quitten-Sellerie-Salat. Dieser Sankt Georgen hat das Zeug zum Langstreckenläufer — fünf bis zehn Jahre Reife sind realistisch.
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