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Velich Welschriesling Alte Reben 2022
Welschriesling von alten Reben, ernst genommen — das ist Heinz Velichs Statement für eine Rebsorte, die in Österreich meist als harmloser Heurigenwein abgetan wird. Velich zeigt, dass Welschriesling auf dem Niveau von großem Muscadet, feinem Gutedel oder ernstem Neuburger mitspielen kann, wenn man ihm die Zeit und Aufmerksamkeit gibt, die er verdient. Lange Reife am Stock, punktgenaue Ernte, Maischestandzeit, Spontangärung, Holzfassausbau auf der Hefe.
Im Glas intensives Goldgelb. In der Nase ein Monument: unaufgeregt, tief, in sich ruhend, ein wenig verschlossen. Reifes weißfleischiges Steinobst, Apfel, Birne, Fenchelgrün, weiße Blüten, Stachelbeere und ein Hauch Wollwachs. Kein Aromenfeuerwerk, sondern stille Tiefe — ein Wein, der flüstert und gerade deshalb so fasziniert. Die Parallelen zu den besten Loire-Muscadets sind frappierend.
Am Gaumen geradlinig und strukturbetont, mehr Textur- und Strukturwein als Aromenwunder. Spannung und Entspannung, ein feiner langer Säurebogen, innere Dichte, geschliffene Textur, feine Salzigkeit und ein hauchfeiner Gerbstoff mit pikant-herber Note im Abschluss. Hervorragend zu Salzmandeln mit eingelegten Oliven und Sardellen, Pasta mit Mönchsbart und Salzkapern oder Jahrgangssardinen mit Brot und Butter. Ein stilles Meisterwerk.
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