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J. Charpentier Réserve Brut - Demi
In der Champagne ist Pinot Meunier meist die dritte Stimme im Chor — bei J. Charpentier führt sie mit 80 Prozent das Wort, ergänzt um ein Fünftel Pinot Noir. Das ist eine bewusste Entscheidung: Meunier reift früher, gibt Frucht und Zugänglichkeit und macht einen Champagner, der nicht erst überredet werden muss. Die Reben stehen bei Avenay Val d'Or und Ludes. Zwei Goldmedaillen — beim Concours Féminalise und beim Concours Général Agricole in Paris — bestätigen, dass die Rechnung aufgeht.
Unter den Reben liegt Kalkstein, jenes helle Gestein, das der Champagne ihre Spannung gibt: Es speichert Wasser, gibt es dosiert zurück und hält die Säure aufrecht, selbst in warmen Jahren. Der Grundwein bleibt im Edelstahl, damit nichts von der Frucht verloren geht; kein Holz legt sich dazwischen. Vier Jahre lässt sich die Flasche noch fortlegen.
Im Glas funkelndes Gelb. Die Nase setzt bei feiner Zitrusschale an, darüber legt sich ein blumiger Zug, darunter liegt grüne, kaum reife Frucht. Am Gaumen bleibt er schlank und aufrecht; die knappe Dosage von 5,8 Gramm stellt ihn in die Stufe extra brut. Der Abgang trägt eine angenehm feine Perlage und klingt mit einem kühlen Minzton aus. Zwölf Prozent, serviert bei sechs bis acht Grad.
Als Auftakt eines Abends ist er am richtigen Platz, und weil es eine halbe Flasche ist, auch ohne großen Anlass. Zu Krustentieren passt er ausgezeichnet, ebenso zu kalt serviertem Heilbutt oder Lachs.
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