Spachtel und Pinsel auf einer Holzoberfläche

Möbel aufarbeiten: Welches Werkzeug Sie wirklich brauchen

6. November 2026Felix Weingärtner

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Wer zum ersten Mal eine alte Kommode aufarbeitet, steht im Baumarkt vor einer Wand aus Schleifern, Schabern und Spachteln. Das meiste davon brauchen Sie nicht. Hier steht, womit wir in der Werkstatt tatsächlich arbeiten. Zu jedem Werkzeug nennen wir die Ausführung, die wir täglich nutzen, und eine günstigere, die für ein paar Projekte im Jahr völlig reicht.

Spachtel und Pinsel auf einer Holzoberfläche

Alte Farbe runter: der Kraftschaber

Abblätternde Farbschichten und dicke alte Lasuren nehmen wir zuerst mit einem Kraftschaber ab. Das geht schneller als jeder Schleifer und macht kaum Staub. Wichtig sind ein Griff, mit dem Sie Druck aufbauen können, und eine Klinge zum Wechseln. Eine stumpfe Klinge rupft das Holz auf, statt die Farbe abzuheben.

Wir nutzen einen Kraftschaber von Bahco mit Ergo-Griff *. Ersatzklingen lohnen sich gleich mitzubestellen. Für kleine Flächen und Profile reicht ein einfacher Farbschaber mit Hartmetallklinge *. Wann Schaber, Schleifer, Abbeizer oder Föhn die bessere Wahl ist, steht in unserem Ratgeber Alte Farbe von Möbeln entfernen.

Abblätternde blaue Farbe auf altem Holz

Schleifen: Schwamm für die Hand, Maschine für die Fläche

Für Kanten, Profile und das Anrauen zwischen zwei Farbschichten greifen wir zu Schleifschwämmen. Sie passen sich der Form an und lassen sich ausklopfen. Ein Set Schleifschwämme in verschiedenen Körnungen * hält eine ganze Weile.

Große Flächen wie Tischplatten oder Schranktüren schleifen wir mit dem Exzenterschleifer. Er arbeitet gleichmäßiger als ein Schwingschleifer und hinterlässt kaum Kringel. Wir haben einen Akku-Exzenterschleifer der Profi-Klasse im Einsatz, zum Beispiel den Bosch Professional GEX 18V-125 *. Für gelegentliche Projekte genügt ein Exzenterschleifer mit 125 mm Teller aus einer Heimwerker-Serie *. Achten Sie darauf, dass er einen Anschluss für den Sauger hat. Ob Akku oder Kabel für Sie besser passt, vergleichen wir in Exzenterschleifer: Akku oder Kabel?

Dazu brauchen Sie Schleifscheiben mit Klett in 125 mm *. Wir kommen mit zwei Körnungen aus. Mit 120 glätten wir das Holz, nachdem die alte Farbe abgeschabt ist. Mit 180 geht es ein letztes Mal drüber, bevor gestrichen wird.

Exzenterschleifer mit Klett-Schleifscheiben auf einem Holztisch

Bei Kreidefarbe müssen Sie übrigens oft gar nicht bis aufs Holz schleifen. Wie das geht, steht in unserer Anleitung zum Streichen mit Kreidefarbe.

Staub: ein Sauger, den man anschließen kann

Schleifstaub landet sonst überall, auch in der Lunge. Wir schließen den Schleifer deshalb direkt an einen Werkstattsauger an. In der Werkstatt steht bei uns ein Bosch Professional GAS 12-40 MA *. Für zu Hause reicht ein Nass-Trockensauger mit Steckdose für Elektrowerkzeuge *. Prüfen Sie vorher, ob Schlauch und Schleifer zusammenpassen. Oft braucht es einen Adapter *.

Handwerker schleift Holz mit Exzenterschleifer und trägt eine Staubmaske

Kleine Reparaturen: Kitt und Leim

Bevor gestrichen wird, schließen wir Risse und Löcher am liebsten mit Wood Filler, einer Holzspachtelmasse, etwa diesem lösungsmittelfreien Holzkitt *. Manchmal mischen wir ihn auch selbst aus Sägespänen oder Schleifstaub und Holzleim. Dann leimen wir lose Verbindungen mit Holzleim. Wir nehmen Ponal *. Solange der Leim trocknet, halten Schraubzwingen alles in Position. Wir haben große und kleine im Einsatz. Einhandzwingen mit Griff * setzen Sie mit einer Hand, das ist praktisch, wenn die andere das Teil hält. Klassische Schraubzwingen zum Drehen * pressen fester und bleiben, wo sie sind. Wackelnde Schubladen und Stuhlbeine sind damit meist schnell erledigt. Was hilft, wenn eine Schublade klemmt, zeigt unser Ratgeber Klemmende Schubladen reparieren.

Schutz: Brille, Handschuhe, Maske

Beim Schaben fliegen Splitter, beim Schleifen steht Staub in der Luft. Eine Schutzbrille * und Nitrilhandschuhe * gehören deshalb zur Grundausstattung. Den meisten Schleifstaub fängt bei uns der Sauger direkt am Schleifer ab. Was trotzdem in der Luft bleibt, halten Masken der Klasse FFP2 * zurück. Die tragen wir beim Schleifen immer. Alte Farbschichten, deren Herkunft Sie nicht kennen, können Schadstoffe enthalten. Dann sollten Sie besonders gründlich absaugen und gut lüften.

Streichen und versiegeln

Für den Anstrich nehmen wir Kreidefarbe von Anna von Mangoldt oder Paint of Walinoon. Die Farben finden Sie in unserem Farbsortiment, dazu unsere Flachpinsel in drei Breiten. Auf stark saugenden oder problematischen Untergründen hilft vorher die Grundierung All-Prime. Zum Schluss versiegeln wir matte Kreidefarbe mit unserem transparenten Möbelwachs. Wann Wachs reicht und wann Lack besser ist, steht in Möbel wachsen oder lackieren?

Aufgearbeitete Kommode mit drei Schubladen in Kreidefarbe Lake Whisper Green
Eine unserer aufgearbeiteten Kommoden, gestrichen in Lake Whisper Green von Paint of Walinoon.

Was Sie nicht brauchen

Einen Bandschleifer zum Beispiel. Er trägt so viel ab, dass alte Möbel schnell Dellen bekommen. Auch teure Werkzeug-Sets mit zwanzig Teilen sind unnötig. Mit Schaber, Schleifschwämmen, einem Exzenterschleifer und einem Sauger kommen Sie bei den meisten Möbeln weit.

Wie wir mit diesem Werkzeug Schritt für Schritt vorgehen, zeigen wir am Beispiel einer Kommode. Für das größte Möbel in unserer Werkstatt gibt es einen eigenen Ratgeber: das alte Küchenbuffet.

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