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Mehr über Artazu
Ein eigener Betrieb, keine Marke
Das ist wichtiger, als es klingt. Artazu wird im Handel oft als Zweitetikett des bekannteren Rioja-Guts derselben Familie geführt. Tatsächlich ist es eine eigene Aktiengesellschaft mit eigener Steuernummer und eigenem Sitz in Navarra — juristisch getrennt vom Rioja-Gut und vom dritten Betrieb der Familie in Alicante.
Auch die Weinmarken sind auf diese Gesellschaft eingetragen, nicht auf die Mutter.
Nur Garnacha
Rot und weiß. Für den Spitzenwein stehen vorphylloxerische Altreben, teils über hundert Jahre alt. Die Weinberge liegen zwischen vierhundertfünfzig und sechshundert Metern.
Die Böden beschreibt der Betrieb selbst als braun-kalkig, im Wechsel lehmig-kalkig und lehmig-sandig.
Zwei Herkünfte in einem Betrieb
Der Kern liegt in der Gemeinde Artazu, Unterzone Valdizarbe. Dazu kam später San Martín de Unx in der Baja Montaña — ein anderer Landstrich mit eigener Prägung, aus dem seit 2011 ein eigener Wein kommt.
Weiße Garnacha zurückholen
2015 erschien der erste weiße Spitzenwein aus Garnacha Blanca; zuvor lief die Sorte nur im Zweitetikett. Der Betrieb selbst nennt das ausdrücklich ein Vorhaben zur Wiedergewinnung der weißen Garnacha Navarras — eine Sorte, die dort weitgehend verschwunden war.
Geblieben, wo die Mutter gegangen ist
Im Januar 2016 verließ das Rioja-Gut der Familie als erstes namhaftes Weingut die Herkunftsbezeichnung Rioja. Artazu blieb in der D.O. Navarra.
Klein
Sechs Beschäftigte. Vierzig Hektar eigene Rebfläche, verteilt auf zwei Gemeinden.
Nicht zu verwechseln
Hier ist die Falle besonders scharf, und sie betrifft ausgerechnet den bekanntesten Wein: Das Rioja-Gut der Familie führt einen Lagenwein namens San Martín aus Laguardia. Artazu führt Pasos de San Martín aus San Martín de Unx in Navarra. Zwei verschiedene Weine, zwei Gesellschaften, zwei Regionen, beide mit demselben Heiligennamen.
Zur Zuordnung: Artazuri, Pasos de San Martín und Santa Cruz de Artazu gehören hierher. Alles, was Viñas de Gain, Valdeginés, El Carretil, Viña El Pisón oder Santa Cecilia heißt, gehört zum Rioja-Gut.
Angaben zu Rechtsform, Gründungsdatum und Marken nach dem spanischen Handelsregister, die Bodenbeschreibung nach der Website des Betriebs, die Zugehörigkeit zur Gruppe nach deren gemeinsamem Auftritt. Zum Startjahr stehen zwei Zahlen für zwei verschiedene Ereignisse: 1996 für den Beginn des Vorhabens und den Rebkauf, 2000 für die Gründung der Gesellschaft. Flächen, Höhen und Rebalter stammen aus Fach- und Händlerquellen, nicht aus einem Register, und sollten entsprechend vorsichtig gelesen werden. Zur BIO-Auszeichnung: Der Betrieb ist im Öko-Operatorenverzeichnis Navarras nicht aufgeführt — geprüft wurde die vollständige alphabetische Liste, andere Betriebe derselben Herkunftsbezeichnung stehen darin. Vor einer Bio-Auslobung sollte der Lieferant den EU-Kontrollstellencode und eine gültige Bescheinigung nachreichen.






