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Was das praktisch heißt
Die Schaumweine laufen als Qualitätsschaumwein ohne geschützte Herkunft. Das Verfahren ist unverändert die klassische Flaschengärung — nur steht eben weder Franciacorta noch Cellatica auf dem Etikett.
Einer der Schaumweine heißt L'Escluso: der Ausgeschlossene.
Ein Ort, zwei Herkünfte, keine davon genutzt
Der Betrieb sitzt in Cellatica bei Brescia. Das gesamte Gemeindegebiet liegt gleichzeitig im Erzeugungsgebiet der Franciacorta und in dem der Cellatica — er könnte also beide führen und führt keine.
Aus einer Garage
1996 entstanden die ersten fünf Barriques Rotwein aus autochthonen Sorten, gekeltert in der Garage, gepresst von Hand. 2001 kam eine pneumatische Presse und die ersten zweitausend Flaschen. 2006 wurde aus dem Liebhaberprojekt ein Weinbaubetrieb.
Elf Mikrozonen
Auf gut sechs Hektar. Der Betrieb hat sein Gelände über Jahre kartiert und weist jede der elf Parzellen einzeln aus — mit Größe, Höhe, Ausrichtung, Bodenart, pH-Wert und Mineralgehalt. Die kleinste misst fünfzehn Ar.
Die Lagen liegen zwischen dreihundert und vierhundertdreißig Metern, überwiegend nach Westen bis Südwesten.
Kupfer und Schwefel, öffentlich
Das ist ungewöhnlich. Die Website führt eine Jahrgangschronik von 2000 bis 2019, in der zu jedem Jahr steht, wie viel Kupfer und Schwefel je Hektar ausgebracht wurde — und stellt es der Obergrenze des Ökorechts gegenüber. 2015 waren es 1,56 Kilogramm Kupfer bei einer zulässigen Obergrenze von sechs.
Kaum ein Betrieb legt solche Zahlen offen.
Versuchsreihen mit Datum
Eine eigene Seite listet sie auf: Schaumgärung mit betriebseigenen Hefen ab 2010, eine Hefestudie 2012, Pflanzenstärkungsmittel im selben Jahr, Pferde im Weinberg ab 2013.
Sehr kleine Mengen
Die Erträge liegen unter einem Kilogramm je Stock. Gelesen wird selektiv in Kleinkisten, gearbeitet von Hand.
Nicht zu verwechseln
Zwei Dinge. Erstens gibt es in derselben Region einen der bekanntesten Franciacorta-Erzeuger mit fast gleichem Namen — Ca' del Bosco. Zweitens, und wichtiger: Zahlreiche Händlerseiten führen diese Weine bis heute als Franciacorta. Das ist seit zehn Jahren falsch.
Angaben zu Chronik, Parzellen, Böden, Arbeitsweise und dem Bruch mit der Herkunftsbezeichnung nach der Website des Betriebs, ergänzt um eine Wirtschaftsauskunft und das Lastenheft der Franciacorta. Zur Rebfläche stehen sechseinhalb und siebeneinhalb Hektar nebeneinander. Zum Jahr des Bruchs ebenfalls zwei Angaben: Die eigene Seite datiert die Ablehnung auf 2015, ein Magazin den förmlichen Verzicht auf Januar 2017. Die Jahresmenge von gut zwanzigtausend Flaschen stammt aus diesem Magazin, nicht vom Betrieb. Der Betrieb beschreibt seine Arbeitsweise als biodynamisch; eine Zertifizierung ließ sich in keinem Register nachweisen, und eine Messeseite, die von zertifiziert ökologischem Anbau spricht, ist dafür kein Beleg. Belegbar ist nur die Mitgliedschaft in einer Erzeugervereinigung — das ist kein amtliches Zertifikat.





