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Mehr über Cinque Campi
Der Name kommt von der Parzelle
Nicht umgekehrt. „Cinque Campi“ ist zuerst der Flurname des historischen ostexponierten Stücks; seit 1980 heißt der Betrieb danach.
Dazu kommen Le Marcone im Westen sowie zwei neuere Parzellen, Botteghe und La Bora lunga, beide nach Nordwesten. Der Boden ist lehmig-tonig, und der Betrieb beziffert ihn genau: zwanzig Prozent Sand, fünfundvierzig Prozent Schluff, fünfunddreißig Prozent Ton.
Kein reines Lambrusco-Haus
Das überrascht in dieser Gegend. Vier der neun Weine enthalten gar keinen Lambrusco. Der Betrieb arbeitet stark mit Spergola, der lokalen Weißweinsorte, dazu Malbo Gentile, Marzemino, Trebbiano, Moscato und Malvasia.
2005 begann er ausdrücklich damit, autochthone Sorten wiederzugewinnen und neu zu pflanzen.
Zweimal Flaschengärung, verschieden
Drei der Weine sind ausdrücklich als Metodo classico geführt — mit Rütteln und Degorgieren, nach übereinstimmender Darstellung des Handels von Hand und ohne Dosage. Andere Weine sind schlicht frizzante.
Für die zweite Gärung wird nach Importeursangabe gekühlt aufbewahrter, unvergorener Most desselben Jahrgangs verwendet statt Zucker und Hefe.
Was im Keller nicht passiert
Die Regel steht wörtlich auf der eigenen Seite: keine Filtration, keine Schönung, keine önologischen Hilfsmittel, keine zugesetzten Sulfite. Was an Sulfit da ist, stammt aus der Gärung. Vergoren wird spontan mit den Hefen der Trauben, ohne Temperatursteuerung.
Vorher: Grünlese im Juli, Handlese in kleine Kisten, damit die Beeren vor dem Pressen nicht zerdrückt werden, Pressung wenige Stunden nach der Lese.
Kein DOC, obwohl möglich
Quattro Castella liegt im Gebiet einer Herkunftsbezeichnung, deren weiße Leitsorte ausgerechnet die Spergola ist. Der Betrieb etikettiert trotzdem ausschließlich als Landwein der Emilia.
Auch Balsamessig
Aus gekochtem Traubenmost — dazu Saba und Mosto cotto. Für einen Weinbetrieb dieser Größe ungewöhnlich.
Nicht zu verwechseln
Der Betrieb heißt Cinque Campi in zwei Wörtern, sein Rotwein aber Cinquecampi in einem. Und der Weißwein heißt Terbianc — im Handel kursiert häufig Trebianc.
Im selben Ort arbeitet außerdem ein weiterer Betrieb mit Spergola und flaschenvergorenen Weinen. Das ist die naheliegendste Verwechslung im Regal.
Angaben zu Geschichte, Parzellen, Böden, Sorten und Kellerarbeit nach der Website des Betriebs, ergänzt um sein Mitgliedsprofil bei einer Erzeugervereinigung und die Produzentenliste des zuständigen Konsortiums. Zur Rebfläche kursieren drei Angaben zwischen knapp sieben und neun Hektar, zur Jahresmenge drei zwischen elf- und fünfundvierzigtausend Flaschen — beides ist deshalb hier weggelassen. Die Website führt das EU-Bio-Zeichen, nennt aber keine Kontrollstelle und keine Nummer; ein Registereintrag war nicht auffindbar, und eine Bewertungsplattform führt den Betrieb sogar als nicht zertifiziert. Vor einer Bio-Auslobung sollte das Zertifikat mit Kontrollstellencode vorliegen. Der Balsamessig steht nicht in der Produzentenliste des Konsortiums und sollte daher nicht als geschützte Herkunft beworben werden.





