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Alle sieben Sorten
Das ist die Eigenart dieses Hauses. In der Champagne sind sieben Rebsorten zugelassen, aber praktisch überall stehen nur drei. Hier stehen alle sieben.
Pinot Noir trägt rund siebzig Prozent, dazu Meunier und Chardonnay. Auf rund vier Hektar wachsen außerdem Arbane, Petit Meslier, Blanc Vrai und Fromenteau — vier fast verschwundene Sorten. Eine Cuvée ist nach ihnen benannt.
Ein Keller von 1152 — aber nicht seit jeher
Das Gewölbe geht nach Angabe des Hauses auf die Zisterzienser von Clairvaux zurück. Die oft gehörte Verkürzung, die Familie sitze seit 1808 in diesem Keller, stimmt allerdings nicht: Der Weinbaubetrieb beginnt 1808, den Abteikeller erwarb die Familie erst nach dem Zweiten Weltkrieg.
1988 kamen tiefe Kreidekeller aus der Zeit Napoleons III. dazu.
Kimmeridge
Der Untergrund ist oberer Kimmeridge-Kalk — dasselbe Gestein, das man aus Chablis kennt. Die Côte des Bar liegt geologisch näher am Burgund als an der übrigen Champagne.
Wenig Schwefel, und einmal gar keiner
Das Haus gibt dreißig bis fünfundvierzig Milligramm je Liter an und damit weniger als ein Viertel des zulässigen Werts. Seit 2007 gibt es zusätzlich eine Cuvée ganz ohne Schwefelzusatz.
Ein Hinweis dazu, weil es oft verwechselt wird: „ohne Schwefelzusatz“ heißt nicht schwefelfrei. Der Allergenhinweis bleibt Pflicht.
Im Weinberg
Keine Herbizide, mechanische und manuelle Bodenbearbeitung, teils Begrünung, teils Brache, stellenweise Pferdearbeit.
Strom vom eigenen Dach
Rund zweitausend Quadratmeter Photovoltaik decken nach Angabe des Hauses drei Viertel des eigenen Strombedarfs. Die Flasche wurde außerdem neu gestaltet und ist fünfzehn Prozent leichter als eine übliche Champagnerflasche.
Wer zukauft, sagt das besser
Drappier ist beim Verband der Champagne als Négociant-Manipulant geführt — also als Haus, das Trauben zukauft, nicht als reiner Selbstvermarkter. Die eigene Fläche deckt die Produktion nicht.
Und es ist kein Kleinbetrieb: Der im Register hinterlegte Jahresabschluss weist für 2024 einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich aus.
Acht Generationen
Michel Drappier führt die Kellerwirtschaft seit 1979. 2016 trat die achte Generation ein — Charline, Hugo und Antoine. Der Großvater mütterlicherseits pflanzte in den dreißiger Jahren wieder Pinot Noir und trug den Spitznamen Père Pinot.
Nicht zu verwechseln
In der Provence gibt es einen Weinbaubetrieb desselben Familiennamens ohne jede Verbindung. Und an derselben Anschrift in Urville sitzen zwei weitere Gesellschaften der Familie — deren Zahlen gehören nicht zur Marke.
Im selben Dorf arbeiten außerdem mehrere andere Champagnererzeuger, teils mit eigenen Umweltzertifikaten. Die gehören ebenfalls nicht hierher.
Angaben zu Geschichte, Sorten, Böden und Arbeitsweise nach der Website des Hauses, ergänzt um das französische Unternehmensregister, das Register der Agence Bio, das amtliche Verzeichnis der Betriebe mit hoher Umweltzertifizierung und das Erzeugerverzeichnis des Comité Champagne. Zur Rebfläche kursieren vier einander widersprechende Zahlen zwischen siebenundfünfzig und über hundertzehn Hektar, keine davon aus einem Register — deshalb steht hier keine. Zur Bio-Zertifizierung: Das Register weist bis heute auch Flächen in Umstellung aus, und auf der Cuvée-Übersicht des Hauses sind nur zwei Weine als zertifiziert gekennzeichnet; eine Bio-Auslobung ist deshalb nur produktbezogen zulässig, nicht für das Haus insgesamt. Eine hohe Umweltzertifizierung ist im amtlichen Verzeichnis nicht auffindbar, obwohl es mehrere Betriebe desselben Orts führt. Die vom Haus beworbene Klimaneutralität ist hier bewusst nicht wiedergegeben: Sie stammt von einem privaten Beratungsunternehmen, beruhte wesentlich auf Ausgleichszahlungen, und ihre Datierung widerspricht sich zwischen den Quellen.








