Enric Soler

Penedès · Spanien · 6 Weine

2019 verließ Enric Soler die Herkunftsbezeichnung Penedès. Auslöser war eine Formalie: Der Kontrollrat verlangte, dass die Bezeichnung auf dem Vorderetikett steht. Er weigerte sich.

Seither tragen seine Weine keine geschützte Herkunft mehr. Im amtlichen Kellerverzeichnis der Bezeichnung steht er nicht — zehn andere Betriebe seiner Gemeinde schon.

Mehr über das Weingut

6 Produkte

Weinflasche Enric Soler Espenyalluchs, Weißwein aus dem Penedès
Weinflasche Enric Soler Espenyalluchs, Weißwein aus dem Penedès
Weinflasche Enric Soler Espenyalluchs, Weißwein aus dem Penedès
Weinflasche Enric Soler Improvisacio, Weißwein aus dem Penedès
Weinflasche Enric Soler Nun Vinya dels Taus, Weißwein aus dem Penedès
Weinflasche Enric Soler Istiu, Weißwein aus dem Penedès
Preis: €47,90
Enric Soler Istiu 2024

Das Sortiment

Der Einstieg

3 Weine · €45,90 bis €53,90

Die Mitte

2 Weine · €61,90 bis €67,90

Die Spitze

1 Wein · €93,90

Mehr über Enric Soler

Vom Sommelier zum Winzer

1997 wurde er bester Sommelier Spaniens. Sieben Jahre später, nach dem Tod seines Großvaters, übernahm er dessen Weinberg und begann mit rund zweitausend Flaschen aus einem einzigen Wein.

Eine Parzelle von 1945

Vinya dels Taus in Sabanell, gepflanzt vom Großvater. Sie ist der Ausgangspunkt des ganzen Betriebs — und wurde durch einen Straßenausbau teilweise enteignet.

Dazu kamen später drei weitere Stücke: Espenyalluchs, 2011 gepflanzt aus Material einer Massenselektion der Ursprungsparzelle; Sisqueta mit über fünfundachtzigjährigen Stöcken; und Jerònia, ursprünglich Parellada und später auf Xarel·lo umveredelt.

Nur Weiß, nur Xarel·lo

Das ist Programm, nicht Zufall. Die eigene Seite nennt keine andere Sorte. Erst in jüngerer Zeit kamen kleine Mengen Malvasia de Sitges und Xarel·lo Vermell dazu — vierhundert beziehungsweise sechzehnhundert Stöcke.

Sehr trocken

Zweihundertsechzig bis zweihundertneunzig Millimeter Niederschlag im Jahr. Der Boden ist kalkhaltiger Ton, in einer Lage mit Feuersteinen durchsetzt.

Erzogen wird im Buschschnitt statt am Drahtrahmen, zwischen den Zeilen wächst Spontanbegrünung, nach der Ernte wird der Boden nicht bearbeitet. Alte Stöcke werden mit Steinen gestützt, Lücken durch Auslese aus dem eigenen Bestand nachgepflanzt.

Was im Keller weggelassen wird

Spontane Gärung mit betriebseigenen Hefen, keine Mostkorrekturen, keine Schönung, keine Filtration. Das Aufrühren der Feinhefe wurde 2013 eingestellt.

Die Gefäße sind burgundische Barriques, ein österreichisches Zweitausend-Liter-Fass seit 2016 und Betoneier.

Zehntausend Flaschen

Insgesamt, über vier Weine. Vom kleinsten gibt es weniger als tausend. Als Obergrenze für den Betrieb nannte Soler einmal sechzehntausend.

Haus und Keller sind dasselbe Gebäude

Eine Masia im Weiler Sabanell, der nach eigener Angabe aus rund zwölf Häusern besteht.

Zur Zertifizierung

Hier lohnt der genaue Blick. Der Betrieb ist im katalanischen Öko-Register eingetragen, voll umgestellt, mit laufendem Zertifikat. Eingetragen ist allerdings ausschließlich die Urproduktion — der Weinberg. Die Weinbereitung und Abfüllung ist dort nicht erfasst.

Biodynamisch wird nach Fachpresseangabe gearbeitet, zertifiziert ist das nicht.

Nicht zu verwechseln

„Cal Raspallet Viticultors“ ist derselbe Betrieb, kein zweiter Erzeuger — es ist der Name der Masia. Im selben Weiler ist außerdem ein völlig anderer Bio-Betrieb registriert, und im Kellerverzeichnis der Herkunftsbezeichnung stehen zwei weitere Betriebe mit dem Nachnamen Soler, die nichts mit ihm zu tun haben.

Angaben zu Rechtsform, Anschrift und Zertifizierung nach den eigenen Rechtstexten und dem Register des katalanischen Öko-Kontrollrats einschließlich des laufenden Zertifikats; der Austritt aus der Herkunftsbezeichnung ist über deren eigene, tagesaktuelle Kellerliste gegengeprüft. Der Betrieb läuft auf eine natürliche Person, nicht auf eine Gesellschaft. Angaben zu Parzellen, Mengen, Gefäßen und Arbeitsweise stammen überwiegend aus Fachpresse-Interviews — die eigene Website nennt nicht einmal die Weinnamen. Zur Fläche der Ursprungsparzelle und zum Pflanzjahr weichen Händlerangaben voneinander ab. Anders als im Handel oft zu lesen, sind es vier Weine, nicht zwei; bei sechs Positionen im Regal dürften Magnums oder mehrere Jahrgänge dabei sein.