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Mehr über Le Masse
Eine Familie aus der Kunst
Der Vater war Künstler, Kunstkritiker und Journalist. Die Mutter, Christiane Kammann, ist Berliner Künstlerin und gestaltet die Etiketten — sie sind eigenständige Arbeiten, keine Gestaltungsaufträge. Die Schwester betreut das Bild des Betriebs von Berlin aus und führt auf dem Anwesen eine Künstlerresidenz.
Neben Verkostungen bietet das Gut deshalb auch Yogakurse und Aufenthalte für Künstler an.
Ein einziger Chianti Classico
Der Betrieb liegt mitten in der Zone, führt aber nur einen Wein unter dieser Herkunftsbezeichnung. Alles andere läuft als Landwein der Toskana.
Beim Santa Goccia hat das einen konkreten Grund: Er enthält zehn Prozent Trebbiano, und weiße Sorten sind im Chianti Classico seit dem Jahrgang 2006 nicht mehr zugelassen. Statt die Rezeptur zu ändern, ändert der Betrieb die Bezeichnung.
Alte Anlagen
Zwei Sangiovese-Stücke stammen aus den Jahren 1974 und 1986. Die Böden sind mittelschwer und skelettreich, mit kleinen bis mittleren Kieseln, Sanden und Macigno-Sandstein; beim Santa Goccia überwiegend alluvial mit Ton und Tuff.
Wie gearbeitet wird
Biodynamische Präparate, Gründüngung, Fruchtwechsel, mindestens ein Jahr Kompostierung der organischen Reste, Arbeiten nach Mond- und Planetenkalender. Handlese und Handarbeit bis zur Presse.
Im Keller spontane Vergärung ohne Reinzuchthefen, ohne Enzyme, ohne Bakterien, ohne aromatische Zusätze und ohne Temperatursteuerung. Beim Chianti Classico ein Fünftel ganze Trauben, dreißig Tage auf der Maische, ein Jahr in Holz und Zement, danach mindestens ein weiteres Jahr in der Flasche.
Demeter bewusst nicht
Obwohl biodynamisch gearbeitet wird, strebt der Betrieb die Zertifizierung nach Fachpresseangabe nicht an — sie würde die Umstellung des gesamten Anwesens verlangen.
Auch Öl
Von rund sechstausend Olivenbäumen.
Nicht zu verwechseln
Das ist hier ungewöhnlich heikel. In derselben Ortslage sitzt ein zweiter Betrieb namens Le Masse — mit demselben Familiennamen Mugnaini und einer benachbarten Hausnummer. Über die Adresse allein sind die beiden nicht zu trennen, nur über die Steuernummer.
Dazu kommen Le Masse di San Leolino in Panzano, ein eigenes Weingut, und „Le Masse di Greve“ — das ist kein Betrieb, sondern ein Weinname eines dritten Erzeugers.
Angaben zu Familie, Lagen, Böden, Arbeitsweise und Weinen nach der Website des Guts und den Datenblättern des Erzeugers, ergänzt um das italienische Handelsregister, den Eintrag des zuständigen Konsortiums und Fachpresse. Zur Jahresmenge nennen Konsortium und Fachpresse achtzehn- beziehungsweise fünfundzwanzigtausend Flaschen; zur Rebfläche gilt der Hinweis, dass ein Teil der Trauben verkauft wird und die Flächenangabe deshalb nicht die Erzeugungsmenge erklärt. Zum Beginn der Umstellung stehen 2015 und 2018 nebeneinander, zur ersten Abfüllung 2006 und 2009. Eine Bio-Zertifizierung ließ sich in keinem Register nachweisen — vor einer Auslobung sollte der Kontrollstellencode vom Rücketikett oder ein Zertifikat über den Importeur vorliegen. Geprüft und verworfen wurde die kursierende Behauptung, ein Wein des Guts sei 2019 von der geschützten Herkunft abgestuft worden; die Quelle meint einen anderen Erzeuger.









