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Was die Namen bedeuten
Alle Erzeugnisse tragen Ortsnamen aus dem Calvados, keine Lagen. La Folletière ist die Sitzgemeinde, Friardel und Cerqueux sind ehemalige Gemeinden der Umgebung.
Wichtig für die Zuordnung: Friardel kommt zweimal vor — einmal als Apfel-Cidre, einmal als Birnen-Poiré. Wer nur Friardel sagt, meint den Cidre.
Hochstämme und Niederstämme
In Friardel stehen alte Hochstämme, teils über hundert Jahre, mit nur hundert bis hundertfünfzig Bäumen je Hektar. In La Folletière eine Niederstammanlage von 1996.
Insgesamt sind es nach Importeursangabe rund fünfundzwanzig historische Apfelsorten — Mettais, Fréquin, Rambeau, Bedan, Binet Rouge, Bisquet, René Martin. Bittere, bittersüße und säurebetonte Sorten werden für die einzelnen Cuvées gezielt gemischt.
Ein Birnbaum, dessen Sorte niemand kennt
Der Friardel Poiré stammt von einem einzelnen, über zweihundert Jahre alten Baum. Welche Sorte das ist, ist nicht bestimmt.
Beim Cerqueux Poiré sind es alte Lokalsorten, von denen ebenfalls nicht alle bestimmt sind, darunter ein etwa hundertfünfzigjähriger Baum der Sorte Grises des Lisieux. Diese Anlage gehört einem Onkel, nicht dem Betrieb.
Défécation
Das ist das normannische Verfahren, das Cidre von schlichtem Apfelschaumwein trennt: Dem Most werden vor der Gärung Nährstoffe entzogen, sodass die Hefe langsam und unvollständig arbeitet. Die Restsüße bleibt dann von selbst da, ohne dass Zucker zugesetzt werden müsste.
Vergoren wird spontan mit betriebseigenen Hefen, die zweite Gärung findet in der Flasche statt, ohne Zuckerzugabe. Danach lange Hefelagerung — bei einem der Cidres nach Erzeugerdarstellung mindestens drei Jahre.
Warum auf den Birnen keine geschützte Herkunft stehen kann
Alle drei Orte liegen im Gebiet der Herkunftsbezeichnung Pays d'Auge. Deren Lastenheft beschränkt sie aber ausdrücklich auf Apfel-Cidre. Und die einzige französische Herkunftsbezeichnung für Poiré liegt in einem anderen Departement.
Für einen Poiré aus dieser Gegend gibt es also überhaupt keine geschützte Bezeichnung — das ist kein Versäumnis des Betriebs.
Fünf bis fünfeinhalb Prozent
Der Alkoholgehalt liegt nach den Etikettenangaben in dieser Größenordnung. Es sind keine Weine und auch keine Schaumweine im weinrechtlichen Sinn.
Bienen und Rinder
In den Anlagen stehen Bienenstöcke; im Sommer wird die Anlage in Friardel mit Rindern beweidet.
Nicht zu verwechseln
Der Name beginnt mit „Domaine“, und die Erzeugnisse tragen französische Ortsnamen mit Jahrgang. Das liest sich wie ein Weingut und ist keines — vermutlich die Ursache dafür, dass diese Flaschen im Handel regelmäßig unter Wein einsortiert werden.
Außerdem: Cerqueux im Calvados ist nicht Les Cerqueux in Maine-et-Loire. Und unter derselben Anschrift bestehen drei verschiedene Rechtsträger — wer eine Angabe prüft, muss den richtigen erwischen.
Rechtsträger, Anschrift, Tätigkeitsschlüssel, Gründungsdaten und Personen stammen aus dem französischen Unternehmensregister, dem Register der Agence Bio, dem Lastenheft der Herkunftsbezeichnung und dem amtlichen Gemeindeverzeichnis. Der Betrieb unterhält keine eigene Website; sämtliche Angaben zu Flächen, Sorten, Böden, Verfahren und Mengen stammen deshalb von Importeuren und sind entsprechend vorsichtig zu lesen. Zur Anbaufläche stehen sechzehn und zwanzig Hektar nebeneinander, zum Beginn der Tätigkeit 2012 und 2016. Zur Bio-Frage: Zertifiziert ist der Obstbaubetrieb, und dort ist ausschließlich Tafelobst gemeldet, keine Birnen; die Kelterei selbst hat keinen Eintrag. Eine biodynamische Zertifizierung existiert nicht — die Suche im Verzeichnis liefert ausdrücklich kein Ergebnis. Ob der Betrieb als Marktteilnehmer für eine geschützte Bezeichnung zugelassen ist, ist öffentlich nicht prüfbar; ohne Etikettenbeleg sollte keine ausgelobt werden.





