9 Produkte
Das Sortiment
Der Einstieg
3 Weine · €26,90 bis €29,90
Die Mitte
2 Weine · €30,90 bis €31,90
Mehr über Liv Vincendeau
Ein Umweg von fünfzehn Jahren
Liv Vincendeau wuchs in Darmstadt auf und studierte Chemie, mit Stationen in York und Straßburg. Auf einer Messe in Straßburg entdeckte sie 1999 den Wein für sich; eine angebotene Promotion in physikalischer Chemie schlug sie aus.
Im Jahr 2000 kam sie zur Erntezeit ins Anjou, machte eine Ausbildung in Weinbau und Önologie und arbeitete bis 2003 auf einem Gut in Saint-Lambert-du-Lattay. Danach folgten ein Handelsdiplom, ein Posten im Export bei einem Saumurer Haus — und schließlich acht Jahre außerhalb der Weinbranche. Erst 2014 kam sie zurück, mit knapp neununddreißig.
Warum das Gut deutsch geschrieben wird
Es heißt nicht Domaine, sondern Domäne Vincendeau — so lautet auch der im Handelsregister eingetragene Geschäftsname. Die Cuvées tragen deutsche Namen: Zeitlos, Edel. Wer im Handel „Domaine Vincendeau“ liest, hat trotzdem denselben Betrieb vor sich; die Schreibweise wird oft angeglichen.
Schiefer, Spilit, Quarz
Die Reben stehen auf den Höhen über Rochefort-sur-Loire, in einem geschützten Landschaftsbereich innerhalb des Loire-Welterbegebiets. Die Böden sind ausgesprochen steinig: grüner und purpurner Schiefer, dazu Spilit und Phtanit, beide vulkanischen Ursprungs, durchzogen von Quarzadern.
Hauptsorte ist Chenin Blanc, mit Rebaltern zwischen etwa zehn und achtzig Jahren. Die älteste Parzelle, Le Carré du Puits, wurde 1941 gepflanzt und dient heute als Mutterrebe: 2021 entstand daraus über Massenselektion eine neue Chenin-Fläche. Dazu kommen Grolleau Noir, etwas Cabernet Franc und eine junge Pinot-Noir-Pflanzung.
Achtundvierzig statt neun Monate
Der Schwerpunkt liegt auf Crémant — im Anjou, wo Süß- und Stillweine die Regel sind, schon eine Entscheidung. Die zweite ist die Reifezeit: Ab dem Jahrgang 2019 liegt der Zeitlos mindestens achtundvierzig Monate auf der Hefe. Die Appellation verlangt neun.
Seit 2018 kommen die Crémants ohne Dosage aus, also ohne Zuckerzusatz nach dem Degorgieren.
Fast so viel Wiese wie Reben
Auf der zertifizierten Fläche stehen neben den Reben rund vier Hektar Wechselgrünland — beinahe ebenso viel wie Rebland. Dazu kommen Wald und Hecken. Der Betrieb ist als Vogelschutzrefugium der französischen Vogelschutzliga eingetragen.
Gelesen wird vollständig von Hand, der Ertrag ist auf höchstens fünfundvierzig Hektoliter je Hektar begrenzt, alle Weine stammen ausschließlich aus eigenen Trauben. Die Bodenarbeit übernimmt teilweise ein Zugpferd-Dienstleister. Ausgeliefert wird elektrisch; für den Transport nach Übersee prüft sie Segelfracht.
Ein Betrieb, der auseinanderliegt
Die Reben liegen rund sieben Kilometer vom Gehöft entfernt, die Flaschengärung findet in Partnerkellern rund siebzig Kilometer weiter statt, bei konstant elf Grad. Die zweite Gärung dauert vier bis sechs Wochen, das Hefelager je nach Cuvée ein bis vier Jahre.
Zwei Zertifikate
Bio über Ecocert France, angemeldet 2014 und mit einem bis 2027 laufenden Zertifikat. Seit dem Jahrgang 2020 sind die Trauben zusätzlich Demeter-zertifiziert; die biodynamische Umstellung hatte 2019 begonnen.
Nicht zu verwechseln
Es gibt weitere Weinbaubetriebe namens Vincendeau, sie liegen aber alle im Bordelais oder in der Touraine und haben mit diesem Gut nichts zu tun.
Angaben zu Werdegang, Lagen, Sorten und Arbeitsweise nach der Website des Guts (domaenevincendeau.com), belegt über das französische Unternehmensregister, das Register der Agence Bio, das Zertifikatsregister von Ecocert und ein Zertifikat der Association Demeter France, ergänzt um Fachpresse. Zur Rebfläche gelten die Zahlen jeweils für verschiedene Jahre; die Fläche ist seit der Gründung gewachsen. Das zuletzt öffentlich auffindbare Demeter-Zertifikat datiert von 2022.









