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Der Name ist eine Fortsetzung
Das Stammhaus heißt nach Attis aus der griechischen Mythologie. Sangarida ist die Baumnymphe, für die Attis sein Keuschheitsgelübde bricht — der Mythos wird also weitererzählt, nicht neu erfunden.
Vier Parzellen mit Jahreszahl
Das ist ungewöhnlich genau für die Gegend, wo sonst pauschal von alten Reben die Rede ist. Hier heißen sie La Calleja und Lombano, beide 1901 gepflanzt, sowie Las Tablas und El Corzo von 1910. Sie liegen an den Hängen der Montes Aquilianos auf rund sechshundert Metern.
In diesen Weinbergen stehen Mencía und Doña Blanca gemischt im selben Stück — eine alte Pflanzweise, bei der rote und weiße Sorten nebeneinander wachsen.
Doña Blanca wird ernst genommen
Im Bierzo ist sie meist nur Beiwerk in gemischten Altanlagen. Hier macht sie die Hälfte eines eigenen Weins aus, zusammen mit Godello — und beide werden gemeinsam im Fass vergoren, nicht erst hinterher verschnitten.
Und eine Parzelle von 1999
Ganz anders: in Cacabelos, im engen Verband von zwei mal einem Meter gepflanzt und ausdrücklich nach burgundischem Vorbild im Spalier mit einfachem Guyot erzogen. Aus ihr kommen zwei Weine.
Diese Lage ist von der Herkunftsbezeichnung als eigene Flur anerkannt — eine Stufe, die es dort erst seit 2020 am Markt gibt.
Akazie neben Eiche
Beide Weißwein-Fassweine reifen in französischer Eiche und Akazie, zwölf Monate auf der Feinhefe. Ein Rotwein wird nach piemontesischem Vorbild ausgebaut. Die Vorbilder kommen also von woanders, nicht aus der Nachbarschaft.
Sehr kleine Mengen
Von einem der Einzelparzellenweine gab es im Jahrgang 2021 neunhundertsechsundsechzig Flaschen. Bei den beiden Einzelparzellen-Rotweinen wird während der Gärung ausdrücklich kein Schwefel zugegeben.
Gipfelnamen
Mehrere Weine sind nach Bergen der Montes Aquilianos benannt — darunter ein achtzehnhundert Meter hoher Gipfel, der Jakobspilgern als Orientierungspunkt diente.
Nicht zu verwechseln
Sangarida ist keine eigenständige Bodega im Bierzo, sondern eine Marke des galicischen Hauses; Sitz und Anschrift liegen weiterhin in der Provinz Pontevedra. Im selben Haus laufen drei weitere Marken.
Und eine Warnung zu Händlerangaben: Mehrere Seiten schreiben, die Tochter leite das Weingut. Sie wurde 2019 geboren.
Angaben zu Parzellen, Sorten, Böden und Arbeitsweise nach der Website des Betriebs und ihren sechs Weindatenblättern, ergänzt um Unterlagen des zuständigen Herkunftsrats. Zwei Punkte sind offen: Der Betrieb steht in keiner der beiden Kellerlisten der Herkunftsbezeichnung, obwohl alle Weine deren Namen tragen und eine Lage von ihr eingestuft wurde — das sollte beim Erzeuger geklärt werden. Und eine ökologische Zertifizierung gibt es nicht; der Betrieb spricht ausdrücklich nur von einer ökologischen Philosophie. Anders als bei Händlern zu lesen, nennen sämtliche Betriebsunterlagen lehmig-tonige Böden, keinen Schiefer. Rebfläche und Gesamtproduktion sind nicht veröffentlicht.








