8 Produkte
Das Sortiment
Der Einstieg
4 Weine · €28,90 bis €90,90
Die Spitze
2 Weine · €107,90
Mehr über Clos des Papes
Ein Wein in Rot, ein Wein in Weiß
Das ist die auffälligste Eigenart dieses Hauses. In einer Appellation, in der Prestigecuvées die Regel sind, gibt es hier keine Spitzenauslese, keine Parzellenabfüllung, keine zweite Ebene.
Der Grund ist kein Verzicht, sondern ein Verfahren: Parzellen und Sorten werden gemeinsam vergoren. Sie kommen bereits im Gärtank zusammen, sobald die Reife es zulässt. Wer so arbeitet, hat später nichts, was er abtrennen könnte — das Gut formuliert genau das als Begründung.
Daneben stehen zwei Weine außerhalb der Appellation: der Petit Vin d'Avril in Rot und Weiß, jahrgangslos, von Schwemmlandböden entlang der Rhône.
Dreizehn Sorten, aber nicht die dreizehn
Über beide Appellationsweine hinweg stehen dreizehn namentlich geführte Sorten: im Roten Grenache, Mourvèdre, Syrah, Counoise, Vaccarèse, Muscardin und Cinsault; im Weißen Grenache blanc, Roussanne, Clairette, Piquepoul, Bourboulenc und Picardan — die sechs zu gleichen Anteilen.
Eine Klarstellung, weil das oft verkürzt wird: Das ist nicht deckungsgleich mit der klassischen Dreizehnerliste der Appellation. Terret noir fehlt, und Grenache noir und blanc zählen dort als eine Sorte. Beeindruckend ist die Breite trotzdem.
Vierundzwanzig Parzellen, mit Absicht
Der Besitz ist stark zersplittert — und das ist gewollt. Die einzelnen Sektoren der Appellation reifen unterschiedlich früh; wer überall etwas hat, kann jede Sorte auf dem ihr passenden Boden lesen, wenn sie so weit ist.
Die Böden sind entsprechend verschieden: sandige Lagen, die das Gut als Terroirs der Feinheit beschreibt, und tonige Böden mit einer Auflage aus Galets roulés, die es Terroirs der Struktur nennt.
Kein neues Holz
Der Rote wird entrappt, vergärt in keramikbeschichteten Betontanks, steht rund drei Wochen auf der Maische, überwintert im Tank und reift dann zwölf Monate im großen Fuder. Der Weiße sieht überhaupt kein Eichenfass: Edelstahl, alle sechs Sorten vollständig verschnitten, Ausbau auf der Feinhefe bis zur Füllung im Februar.
Die Erträge liegen im Mittel bei zwanzig Hektolitern je Hektar. Die Auslese, sagt das Gut, finde im Weinberg statt und nicht im Keller.
Der Name gehört einer Parzelle
Der Clos des Papes war ursprünglich Teil der Ländereien des Schlosses von Châteauneuf-du-Pape; die Reben liegen am Fuß der Burg. 1896 begann Paul Avril, seine Weine unter diesem Namen zu vermarkten, 1902 wurde er als Marke für das ganze Anwesen hinterlegt. Der Name deckt heute also weit mehr Fläche ab als die Parzelle, die ihn hergab.
Am Anfang der Appellation beteiligt
Die Familie ist nach eigener Darstellung seit 1600 in Châteauneuf-du-Pape ansässig. 1911 tagte im Rathaus die erste Kommission zur Klassifizierung des Cru — unter Vorsitz von Paul Avril, dem Urgroßvater des heutigen Betriebsleiters. 1936 wurde Châteauneuf-du-Pape die erste Wein-Appellation Frankreichs.
Nicht zu verwechseln
In derselben Gemeinde gibt es die Domaine Juliette Avril — gleicher Familienname, anderer Betrieb — und den Clos de l'Oratoire des Papes. Außerdem tragen drei Generationen dieses Hauses denselben Vornamen Paul.
Angaben zu Geschichte, Parzellen, Sorten und Kellerarbeit nach der Website des Guts (closdespapes.com), ergänzt um die Fédération des Producteurs de Châteauneuf-du-Pape und das Register der Agence Bio, in dem der Betrieb seit April 2008 bei Ecocert geführt wird. Zur Rebfläche nennen die eigenen Seiten fünfunddreißig und vierzig Hektar, die Fédération zweiunddreißig; eine Gesamtproduktion ist nirgends belegt.









