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Mehr über Clos i Terrasses
Siebzehn Terrassen und alle Ersparnisse
Daphne Glorian kaufte Ende der achtziger Jahre siebzehn Terrassen mit Reben in einer bewaldeten Mulde am Ortsrand von Gratallops. Sie steckte dafür ihr gesamtes Erspartes hinein. Diese Parzelle heißt Escales und ist bis heute der Kern des Guts.
Sie war die einzige Frau unter den fünf Gründerfiguren des modernen Priorat — und die einzige, die nicht aus dem spanischen Weinbau kam. Sie hatte in Paris Jura studiert und in einem Weinhandelsbüro gearbeitet, wo sie zum Wein kam.
Der Name
Clos Erasmus geht auf den Humanisten Erasmus zurück, einen Lieblingsautor Glorians und ihres Vaters. Bezug ist dessen Lob der Torheit.
Junge Reben, ausdrücklich
Das steht quer zu allem, was man über Spitzenweine dieser Gegend liest. Der Betrieb schreibt selbst, der Wein stamme von jüngeren Reben, die schlicht am richtigen Fleck stehen. Für kein einziges Stück ist ein Pflanzjahr vor 1996 dokumentiert.
Die Formel von den alten Garnacha-Reben, die Händler und selbst das Herkunftsregister diesem Gut zuschreiben, hält der Eigendarstellung nicht stand.
Terrassen, die aufgegeben werden
Auch das ist unerwartet für ein Gut, das Terrassen im Namen trägt. 2013 wurde eine Lage von Terrassen auf Hangzeilen umgegraben, 2019 die obersten sieben Terrassen von Escales. Grund: Der dort gepflanzte Syrah starb in Hitze und Trockenheit ab. Nachgepflanzt wurde Garnatxa; Escales ist seither reinsortig.
Eine andere Lage wurde bewusst nicht umgebaut — weil es an erfahrenen Maultierführern für die Bodenarbeit fehlte.
Llicorella
Verwitterter Schiefer, der prägende Boden des Priorat. Glorian beschreibt die Gegend als Burgund im Umkehrschluss: dort gleiches Klima und verschiedene Böden, hier gleicher Boden und lauter kleine Kleinklimata zwischen Rücken und Mulden.
Ester Nin und die Biodynamik
2004 kam Ester Nin für den Weinbau dazu — und mit ihr die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung. In den Steillagen wird der Boden mit Maultieren bearbeitet.
Im selben Jahrzehnt bekam der Betrieb zweimal die Höchstbewertung von Robert Parker.
Die Menge blieb klein
Trotz dieser Bewertungen wurde der Spitzenwein nicht ausgeweitet: rund dreitausend Flaschen im Jahresschnitt. Stattdessen entstand ein zweiter Wein, dessen Menge wächst, weil die Neupflanzungen tragen.
Gearbeitet wird in einem alten umgebauten Gebäude am Ortsrand, mit einer einfachen Wohnung darüber — dem Keller, der einem der Nachbarn zu klein geworden war. Einen Repräsentationskeller gibt es nicht.
Erst 2023 ein Weißwein
Rund fünfunddreißig Jahre nach dem Einstieg. Die Reben dafür hatte ein Vorbesitzer angelegt; die Trauben wurden Anfang August gelesen, ganz gepresst und acht Monate in Fässern und Amphoren ausgebaut.
Nicht zu verwechseln
Betrieb und Wein heißen verschieden: Das Gut ist Clos i Terrasses, sein bekanntester Wein Clos Erasmus. Beides läuft im Handel als Erzeugername.
Dazu kommen die vier anderen Gründerbetriebe, deren Namen alle mit „Clos“ beginnen und aus demselben Projekt stammen — das ist die häufigste Verwechslung überhaupt.
Angaben zu Parzellen, Flächen, Böden, Arbeitsweise und Mengen nach dem Betriebsdossier vom Juni 2024, ergänzt um die Register der Herkunftsbezeichnung und des katalanischen Bio-Kontrollrats. Eine eigene Website unterhält das Gut seit 2023 nicht mehr. Zum Kaufjahr der ersten Parzelle stehen 1988 und 1989 nebeneinander, zur Rebfläche zehn und rund sechsundzwanzig Hektar — Letzteres dürfte der ältere Stand vor zwei Zukäufen sein. Bio ist über das Register belegt, eine Demeter-Zertifizierung nicht: Die biodynamische Arbeitsweise ist gut dokumentiert, ein Siegel dafür gibt es nicht.







