Schätzel

Rheinhessen · Deutschland · 12 Weine

2008 übernahm Kai Schätzel den elterlichen Betrieb in Nierstein und stellte die Weinberge sofort auf ökologische Bewirtschaftung um. Studiert hatte er Betriebswirtschaft, nicht Weinbau. Den Wein machte er da allerdings schon lange — nach eigener Aussage seit er fünfzehn oder sechzehn war, abends kontrollierte der Vater.

Was daraus geworden ist, lässt sich schwer in eine Schublade legen. Er selbst wehrt sich ausdrücklich gegen die naheliegende: „Wir sind keine Traditionsromantiker, bei der Vorstellung schüttelt es uns.“

Mehr über das Weingut

12 Produkte

Schätzel Riesling Kabinett 2025 BIO
Weißwein
Weinflasche Schätzel Steiner Riesling 17-23, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Steiner Riesling 17-22, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Naturweiss BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling Pettenthal Auslese Grosse Lage, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling „Fuchs“ BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling Pettenthal Kabinett Grosse Lage, Versteigerung-Wein, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling „Fuchs“ BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling Pettenthal GG BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling „Fuchs“ BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Steiner Silvaner 20-23 BIO, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein
Weinflasche Schätzel Riesling Pettenthal GG, Weißwein aus Rheinhessen
Weißwein

Das Sortiment

Der Einstieg

5 Weine · €16,90 bis €30,90

Die Mitte

4 Weine · €66,90 bis €67,90

Die Spitze

3 Weine · €99,90 bis €168,90

Mehr über Schätzel

Roter Hang

Die Weinberge liegen am Roten Hang bei Nierstein, auf Rotliegend — einem roten Verwitterungsboden, den der örtliche Winzerverein auf rund 280 Millionen Jahre datiert. Genannt werden die Großen Lagen Pettenthal, Ölberg und Hipping, dazu der Rothenberg. Nach Kai Schätzels eigener Angabe sind rund siebzig Prozent der Rebfläche als Große Lage klassifiziert. Fast alles ist Riesling, dazu Silvaner — Silvaner im Steilhang nennt er Familientradition.

Bäume in die besten Lagen

Im März 2025 wurden zweihundertfünfzig Bäume in die Weinberge gepflanzt: Pappel, Ahorn, Weide, Baumhasel, Elsbeere, Schwarznuss, Sandbirke. Das Ziel liegt bei zweihundertfünfzig Bäumen je Hektar — in Lagen, die zu den teuersten Deutschlands zählen. Schätzel und seine Partnerin Jule Eichblatt nennen das syntropische Vitiforestry; es geht um ein geschlossenes System, nicht um Begrünung als Alibi.

„Wir pflanzen in maximaler Dichte Bäume in unsere besten Lagen rein, man wird sogar auf Satellitenbildern erkennen können, wie sich unser Weinbau verändert“, sagt er dazu. Dazu weidet eine kleine Herde bretonischer Zwergschafe zwischen den Reben, Hühner helfen beim Mulchen. Die biodynamischen Präparate werden per Drohne ausgebracht, damit keine schweren Maschinen in den Hang müssen.

Pergola am Rothenberg

Im Rothenberg werden die Reben als Pergola erzogen, im Nordhang des Pettenthal steht jede Rebe an einem eigenen Stützpfahl — und dort stehen zwölf verschiedene Rieslingklone. Die Pergola führte, so Schätzel, unter den Nachbarwinzern „zu Aufruhr“: „Da tun sich einige immer noch schwer mit Veränderungen.“

Riesling über Jahrgänge hinweg

Der ungewöhnlichste Teil der Arbeit passiert im Keller. Gelesen wird von Hand in mehreren Durchgängen, gemaischt wird mit den Füßen, vergoren spontan, ausgebaut in alten Holzfässern — bis zu acht Jahre. Ein Teil der Weine stabilisiert sich unter einer Florhefe, jener Hefeschicht, die man sonst aus dem Sherry kennt. Sie macht Schwefel, Schönung und Filtration entbehrlich; beobachtet wird die Entwicklung über klare Indikatorflaschen aus dem Fass.

Daraus folgt etwas, das es bei deutschem Lagen-Riesling praktisch nicht gibt: jahrgangsübergreifendes Verschneiden. Die Ortsweine sind Verschnitte mehrerer Jahrgänge, die in großen Mutterfässern zusammenfinden. Und die Cuvée „16-23 Reh“ vereint acht Pettenthal-Jahrgänge in einer Flasche. Solera kennt man aus Jerez und der Champagne — hier steht sie im Steilhang.

Kommune 3000

Neben dem Weingut steht ein eigenes Unternehmen mit Zimmern, Coaching und einem Ausbildungsprogramm, das Praktikanten aus mehreren Ländern nach Nierstein holt. Vier Auszubildende verantworten jeweils eigene Projekte, die Probierstube öffnet donnerstags mit Umsatzbeteiligung für die Mitarbeitenden. Schätzel formuliert den Zweck knapp: „Wir sind nicht mehr das Weingut Kai Schätzel, hier müssen keine autoritären Machos rumhampeln.“

Jule Eichblatt kam 2020 zur Lese und blieb. Sie hatte zuvor in Hamburg einen Bio-Lieferdienst mitgegründet und stieg aus, als Investorendruck Wachstum erzwang. Seit rund 2022 führen beide das Weingut gemeinsam.

Ausstattung als Haltung

Leichtglas, keine Kapsel, recycelter Kork mit Bienenwachs, Etiketten aus Naturpapier, Inhaltsstoffe über einen QR-Code. Die Website ist ausschließlich englisch — rund achtzig Prozent der Weine gehen in den Export.

Nicht zu verwechseln

In Baden gibt es gleich mehrere Betriebe, die sich fast genauso schreiben, aber mit -le am Ende: Schätzle in Vogtsburg, Robert Schätzle auf Schloss Neuweier, Bernhard Schätzle in Freiburg. Keiner davon liegt in Rheinhessen.

Angaben nach der Website des Weinguts (schaetzel.de), dem Register des VDP sowie vier Presseartikeln, die das Weingut selbst als PDF bereitstellt — darunter Ursula Heinzelmann im Slow Food Magazin 03/2025 und Rainer Schäfer im Feinschmecker 06/2025. Zur Rebfläche machen die Quellen stark abweichende Angaben; die eigene Website nennt keine. Das Jahr der Demeter-Zertifizierung stammt nicht vom Betrieb selbst.