Niepoort

Portugal · 9 Weine

Hundertfünfundvierzig Jahre lang besaß Niepoort keinen einzigen Rebstock. Das Haus wurde 1842 von einem niederländischen Kaufmann in Vila Nova de Gaia gegründet und handelte mit Portwein: zukaufen, ausbauen, unter eigenem Namen verkaufen. Land gehörte nicht dazu.

1987 trat Dirk Niepoort in den Betrieb seines Vaters ein und überzeugte ihn, die Quinta de Nápoles am Rio Tedo zu kaufen — die erste eigene Lage in der Geschichte des Hauses.

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9 Produkte

Weinflasche Niepoort Vintage Port, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Bioma Crusted Vinha Velha, Vinho do Porto DOC BIO, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Bioma Vintage Vinha Velha, Vinho do Porto DOC BIO, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Bioma Vintage Vinha Velha, Vinho do Porto DOC BIO, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Moscatel do Douro DOC, 20 years old, Weißwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Bioma Vintage Vinha Velha, Vinho do Porto DOC, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Garrafeira, decanted , bottled, Rotwein aus Portugal
Weinflasche Niepoort Porto Bioma Vintage Vinha Velha, Vinho do Porto DOC BIO, Rotwein aus Portugal
Ausverkauft
Weinflasche Niepoort Porto Colheita, Rotwein aus Portugal
Ausverkauft

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Der umgekehrte Fall

Im Douro ist Niepoort damit die Ausnahme. Die meisten Nachbarn waren von Anfang an Quintas mit eigenem Weinberg. Niepoort kam von der Handelsseite und hat sich den Weinberg nachträglich erarbeitet — der Betrieb selbst nennt den Kauf einen wahrhaft revolutionären Moment.

1988 kam die angrenzende Quinta do Carril mit ihren alten Reben dazu. Ende der achtziger Jahre wurden fünfzehn Hektar neu gepflanzt und die rund sechzigjährigen Altreben erhalten.

Ein Wein, den es nie zu kaufen gab

1990 entstand der erste Rotwein des Hauses: Robustus, aus Trauben der Quinta do Carril. Er kam nie in den Handel. Der erste tatsächlich verkaufte Tischwein war der Redoma des Jahrgangs 1991.

Bemerkenswert ist, wie das Haus mit dieser Geschichte umgeht. Die eigene Website schreibt, Vater Rolf habe über die neuen Rotweine zunächst die Nase gerümpft und seinen Sohn provoziert, indem er ihnen Bier vorzog. Erst um die Jahrtausendwende habe er sie anerkannt.

Zwei Familien, fünf Generationen

Neben der Erbfolge der Niepoorts läuft eine zweite: Das Amt des Master Blender liegt seit fünf Generationen bei der Familie Nogueira und wird dort vom Vater auf den Sohn weitergegeben. Die Jahreszahlen, die der Betrieb dazu nennt, reichen bis 1856 zurück.

José Maia Nogueira da Silva, über fünfzig Jahre im Haus, gilt als der wichtigste Lehrer von Dirk Niepoort.

Portwein aus einem Museum

Die Portweine entstehen nicht am Firmensitz, sondern in Vale de Mendiz im Pinhão-Tal — einem ehemaligen Museum, das 2003 gekauft und zur Kellerei umgebaut wurde. Dort stehen alte runde Granitlagares. Der Charme ist der einzige unverstärkte Wein, der ebenfalls dort erzeugt wird.

Die alten Portweine lagern weiterhin in Gaia, in Fass, Flasche und Korbflasche.

Sechs Regionen

Douro, Vinho Verde, Dão, Alentejo, Bairrada und die Mosel — das sind die Gebiete, in denen Niepoort selbst erzeugt. Im Dão wurde 2012 die Quinta da Lomba gekauft, um fünf Hektar über sechzigjährige Reben vor der Rodung zu bewahren. In der Bairrada steht seit demselben Jahr die Quinta de Baixo, zweiundzwanzig Hektar Anwesen mit vierzehn Hektar Reben. An der Mosel führt Daniel Niepoort seit 2012 das Projekt FIO.

Früh gelesen

Der Betrieb liest betont früh und zitiert auf der eigenen Seite den Spottnamen, den ihm das eingebracht hat: wine assassin. Beim Rotwein wird mit ganzen Trauben gearbeitet — für einen Jahrgang des Redoma zu hundert Prozent, ohne Sortierung, in Edelstahllagares mit mechanischer Stampfvorrichtung.

Auf der Quinta de Nápoles wird in Fass, Edelstahl, Beton und Ton ausgebaut; sie dient dem Haus ausdrücklich als Versuchsort.

Nat'Cool ist kein Wein von Niepoort allein

Der Betrieb beschreibt es selbst als kollektives Projekt, in dem mehrere Erzeuger zusammenkommen — nicht nur für Wein, sondern auch für Olivenöl, Tee und Kombucha. Die Flaschen fassen einen Liter.

Überhaupt ist ein großer Teil des Sortiments benannte Zusammenarbeit: Die Datenblätter des Hauses führen Erzeuger wie „Niepoort x Álvaro de Castro“, „Niepoort x Soalheiro“ oder „Niepoort x Equipo Navazos“.

Nicht alles bei Niepoort ist von Niepoort

Das ist die wichtigste Einordnung. Das Haus ist zugleich Importeur und Vertrieb eines internationalen Portfolios in Portugal — von Joh. Jos. Prüm über Domaine Jamet bis Terroir al Límit. Wer einen Wein „bei Niepoort“ findet, hat deshalb nicht zwingend einen Niepoort-Wein vor sich.

Auch Tee

2011 begannen Dirk Niepoort und Nina Gruntkowski, im eigenen Hausgarten Tee zu pflanzen. Daraus wurde Chá Camélia in Vila do Conde, heute über einen Hektar.

Nicht zu verwechseln

Redoma, Batuta, Charme, Vertente, Bioma und Turris sind Weine, keine eigenen Güter. Orte sind Quinta de Nápoles, Quinta do Carril und Vale de Mendiz im Douro.

Zwei ehemalige Verbindungen bestehen nicht mehr: Die Quinta do Passadouro, an der Dirk Niepoort ab 1991 beteiligt war, gehört seit 2019 zur Quinta do Noval. Und das österreichische Weingut Muhr-van der Niepoort heißt seit 2019 Weingut Dorli Muhr; Niepoort ist dort nicht mehr beteiligt. Ältere Flaschen tragen beide Namen noch.

Zur Sicherheit noch: Eine Quinta de Baixo gibt es auch im Douro — die von Niepoort liegt in der Bairrada.

Angaben zu Geschichte, Quintas, Regionen und Arbeitsweise nach der Website des Betriebs (niepoort.pt) einschließlich der technischen Datenblätter und der Sitemap. Der Betrieb veröffentlicht weder eine Gesamtrebfläche noch eine Jahresproduktion. Eine Bio-Zertifizierung wird auf der englischen Fassung einer Seite erwähnt, aber ohne Kontrollstelle und ohne Nummer, und in keinem zugänglichen Register nachprüfbar; deshalb steht hier keine. Zum Einstieg in den Vinho Verde widerspricht sich die eigene Website.