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Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Kabinett „Terrassen“ 2024
Wenn man beim Stichwort „fruchtsüß“ an Schmelz, Tropenfrucht und Dessert denkt, ist man hier auf dem Holzweg – oder besser gesagt: auf dem Schieferpfad.
Der „Terrassen“ Kabinett 2024 aus der Thörnicher Ritsch zeigt, wie süß schmecken kann, ohne jemals süß zu sein. Das ist ein Kabinett, der nicht flirtet, sondern fokussiert bleibt. Die Parzellen stammen aus den schmalen, alten Terrassenlagen, die schwer zu bewirtschaften sind – aber Charakter liefern, wie es nur diese Art von Landschaft kann: Steil, steinig, spektakulär.
Im Glas: glasklar, hell, beinahe silbrig. In der Nase: weißer Pfirsich, Limette, Zitronenmelisse, aber alles wie durch ein sauberes Sieb gedrückt. Nichts Plakatives. Stattdessen diese Ludes-typische Kühle, leicht reduktiv, steinig, präzise.
Am Gaumen dann der erste Hauch Süße – aber nicht als Last, sondern als Spannungsverstärker. Die Säure ist hellwach, der Zucker kommt nicht vordergründig, sondern schiebt leise nach hinten raus. Der Wein wirkt leichtfüßig, aber nicht harmlos. Er tänzelt auf dem Drahtseil zwischen Zugänglichkeit und Ernsthaftigkeit.
Die Restsüße ist kein Wohlfühlaroma, sondern architektonisches Element: Sie hält das Ganze zusammen, gibt dem Wein eine zweite Dimension. Kein Dessertwein, kein Aperitif – sondern ein ernsthafter, fruchtsüßer Kabinett, der viel weniger von Frucht lebt als von Textur und Bewegung.
Der 2024er ist besonders klar geraten. Viel Zug, wenig Gewicht, kein Fett. Ein Kabinett für Menschen, die eigentlich gar keinen fruchtsüßen Riesling mögen – bis sie diesen probieren.



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Scharnweberstraße 80
12587 Berlin
Deutschland
Eigenschaften

leicht

Fruchtsüß


mittel

7.5
Empfehlungen

6 - 8°C

Weißweinglas

nein

mehr als 5 Jahre
Es gibt Weingüter, die schreiben Geschichte – und solche, die still und kompromisslos an ihr weiterschreiben. Julian Ludes gehört zur zweiten Sorte. Seit 2020 führt er das Familienweingut in Thörnich an der Mittelmosel – mit Vision, aber ohne Eile. Alles dreht sich um den Riesling. Alte Reben, 30 bis 90 Jahre, wurzelecht, tief verwurzelt im blauen und grauen Schiefer.
12 Hektar pure Präzision: von der sagenhaften Thörnicher Ritsch über die Klüsserather Bruderschaft bis zum Pölicher Held. In der Ritsch wird nicht einfach Wein gemacht – hier wird Riesling gemeißelt. Die steile Lage, umrahmt von Seitentälern, liefert Weine, die filigran, leichtfüßig und zugleich unvergesslich sind.
Julian Ludes vinifiziert mit leiser Hand und großem Gespür. Seine Weine sind nicht laut, aber sie bleiben – und das längst nicht nur in der Erinnerung: 3 Sterne im Vinum Weinguide, Lob von Parker & Mosel Fine Wines, dazu die Auszeichnung als „Entdeckung des Jahres“. Das ist Riesling für Purist:innen. Und für Genießer:innen, die wissen, dass echter Geschmack vom Boden kommt.





